Baden-Württemberg

Corona sorgt für Boom bei Spezialkühlschrank-Herstellern

Jochen Kopitzke
Dr. Jochen Kopitzke, Geschäftsführer und Gesellschafter der Philipp Kirsch GmbH, steht zwischen zwei Kühlschränken der Firma. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Archivbild © Philipp von Ditfurth

Willstätt/Tuttlingen (dpa) - Die Vorbereitungen für eine Massenimpfung gegen das Coronavirus in Deutschland sorgen bei den Herstellern von medizinischen Spezialkühlschränken für eine erhöhte Nachfrage. Bei der Philipp Kirsch GmbH aus Willstätt nahe Offenburg, die unter anderem Impfzentren, Pharmaunternehmen und Krankenhäuser beliefert, seien viel mehr Bestellungen eingegangen, sagte Geschäftsführer Jochen Kopitzke der Deutschen Presse-Agenutur.

Zwischen Januar und November sei der Auftragseingang um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen. Der Umsatz steige dieses Jahr voraussichtlich um acht Prozent auf 15 Millionen Euro. Das Unternehmen stellt Kühlschränke mit besonders stabiler Temperatur und Warnsystem für eventuelle Schwankungen her. Vom kältesten bis zum wärmsten Ort im Gerät liegen laut Kopitzke höchstens 1,8 Grad Celsius.

Die Firma Binder aus Tuttlingen, die Ultratiefkühlschränke unter anderem für die Lagerung der neuartigen mRNA-Impfstoffe herstellt, hat die Produktion nach Angaben von Vizepräsident Peter Wimmer massiv ausgeweitet. Momentan würden vier bis fünf Mal so viele Kühlschränke hergestellt wie sonst üblich, hieß es. Vor der Pandemie seien es knapp tausend pro Jahr gewesen. Insgesamt habe das Geschäft aber wegen Corona gelitten - besonders im zweiten Quartal. «Wir sind auch Zulieferer etwa für die Automobilindustrie. Und da lief es zuletzt ja nicht so gut», sagte Wimmer.