Baden-Württemberg

Corona und Gewalt: Mobile Teams helfen Frauen

Prostituierte in Beratungsstelle
Eine Frau aus der Ukraine, die in Deutschland als Prostituierte arbeitet, gestikuliert in einem Interview bei dem sie anonym bleiben will. Foto: Bernd Weißbrod/dpa © Bernd Weißbrod

Pforzheim (dpa) - Ein Pilotprojekt des Landes zur Unterstützung von Frauen, die von Gewalt und Prostitution betroffen sind, stößt im Südwesten auf große Resonanz. Mit Hilfe mobiler Teams seien bisher rund 500 Frauen zusätzlich beraten worden, die man sonst in Zeiten von Corona und zeitweisem Lockdown nicht hätte erreichen können, sagte Katrin Lehmann, Referentin beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, bei einer ersten Zwischenbilanz am Montag in Pforzheim. Der Sozialverband koordiniert das Projekt.

Im November vergangenen Jahres nahmen die ersten der inzwischen landesweit 24 mobilen Teams ihre Arbeit auf. Jeweils zwölf widmen sich den Themen Prostitution/Menschenhandel sowie sogenannter häuslicher/sexualisierter Gewalt. Sie suchen die Betroffenen auf, beraten und leisten Hilfe bei Arztbesuchen, Geldproblemen oder etwa in Trennungssituationen.

«Aus Studien wussten wir, dass es nicht genügend Beratungsangebote in der Fläche gibt», sagte Staatssekretärin Ute Leidig (Grüne). Gewalt und Isolation seien Probleme, die sich gerade während der Pandemie dramatisch verschärft hätten.

Gefördert werden die mobilen Teams bis Jahresende mit rund 1,4 Millionen Euro; eine Verlängerung bis Ende kommenden Jahres ist geplant. Dafür sollen weitere rund 1,2 Millionen Euro fließen. In die Zwischenbilanz flossen Ergebnisse bis 30. Juni ein.

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