Baden-Württemberg

Coronavirus: So sieht das Impfkonzept der Landesregierung aus

Masern-Impfpflicht
Eine Spritze, viele Impfungen. Symbolbild. © Benjamin Büttner

Wer zuerst dran kommt, ist noch nicht entschieden. Das werden der Ethikrat, der Bund und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina festlegen. Doch für den Moment des Impf-Startpunkts gegen den Corona-Virus soll alles fertig vorbereitet sein, erklärte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag (24.11.) mit.

Drei-Säulen-Prinzip

Geimpft werden soll nach einem Drei-Säulen-Prinzip, so Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Demnach werden gerade bis zum 15. Dezember mehrere große Impfzentren vorbereitet, wo täglich zwischen 1500 und 1700 Menschen geimpft werden können, das sieben Tage die Woche von sieben bis 21 Uhr. In der Landeshauptstadt Stuttgart wird das Robert-Bosch-Krankenhaus ein Standort sein, ein weiterer wird vom Klinikum Stuttgart betrieben. Weitere Standorte sind etwa Ulm oder Tübingen.

Die zweite Säule bilden Kreisimpfzentren (möglicher Startpunkt 15. Januar), die dritte Säule ein mobiler Impfdienst für Menschen mit Behinderung oder körperlich eingeschränkte Menschen wie auch Senioren oder die Altenhilfe. 60 Millionen Euro plant die baden-württembergische Landesregierung für Impfzentren auszugeben.

Termin über die 116117

Priorität werden, so die Einschätzung von Kretschmann, Beschäftigte von Krankenhäusern haben, wie Ärzte oder Pflegepersonal. Wer also zur entsprechenden Gruppierung gehört, kann über die Telefonnummer 116117 einen Termin in einem Impfzentrum vereinbaren. Die Nummer, die normalerweise Anrufer ausschließlich mit dem hausärztlichen Notdienst verbindet, wird für die Terminvereinbarung an ein Callcenter weitergeleitet, so Lucha.

60 Minuten für jeden Piecks

Wer sich impfen lassen möchte, muss rund 60 Minuten für den Termin im Impfzentrum einkalkulieren. Der Zeitplan sieht wie folgt aus: fünf Minuten für die Registrierung, 20 Minuten für die Aufklärung, zwei Minuten für den Piecks und 30 Minuten Nachsorge. Ein enger Zeitplan, betont Kretschmann, weshalb es auch auf die Pünktlichkeit eines jeden ankomme.

Bis Ende Juni soll die die Mehrheit der Baden-Württemberger geimpft sein - so sieht es der Zeitplan der Landesregierung vor. Nur so sei ein normales Leben wieder möglich, betont Kretschmann.

Vor der Impfung wird jeder Bürger ausführlich beraten. Zurzeit werden Erklärvideos vorbereitet, so Lucha. Zusammen mit einem Arzt werde entschieden, welcher Impfstoff für jeden der geeignete ist.

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) geht davon aus, dass sich viele für eine solche Impfung gegen den Corona-Virus bereit erklären. „Ich werbe fürs Impfen seit ich Gesundheitsminister bin“, sagte er. Es sei ein Glück, dass wir diesen Impfstoff haben. Es gebe kein Medikament, das härter getestet werde als Impfstoffe, betonte er.