Baden-Württemberg

Dauerbrenner Endo: Sinnbild der Stuttgarter Strapazen

Wataru Endo
Stand als einziger VfB-Profi in allen 17 Spielen der Hinrunde auf dem Rasen: Kapitän Wataru Endo. Foto: Tom Weller/dpa/Bildarchiv © Tom Weller

Stuttgart (dpa/lsw) - Kürzlich nahm sich Wataru Endo dann doch mal eine kleine Pause. Gemeinsam hätten sie grünen Tee getrunken, sagte sein Trainer Pellegrino Matarazzo. Und über das unglaubliche Pensum gesprochen, das der Kapitän des VfB Stuttgart in diesem Kalenderjahr abgespult hat. Beim Hinrunden-Abschluss beim 1. FC Köln am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) wird Endo sein 52. Pflichtspiel 2021 bestreiten. Der Japaner steht sinnbildlich für den enormen Kraftaufwand, den der VfB in diesem Jahr betreiben musste. Besonders in der Hinrunde der aktuellen Saison, in der es für die Schwaben um nichts anderes geht als am Ende in der Fußball-Bundesliga bleiben zu dürfen.

«Es ist unglaublich, was der Junge leistet und geleistet hat in den letzten Monaten», sagte Matarazzo am Freitag über Endo. Zu den 32 Liga- und zwei DFB-Pokalspielen, die Stuttgarts Mittelfelddirigent seit Anfang Januar absolviert hat, kamen noch elf Länderspiele und die sechs Auftritte mit der japanischen Olympia-Auswahl bei den Spielen in Tokio im Sommer. «Ich bewundere seine Mentalität und seine Einstellung», betonte Matarazzo. Natürlich gönne er Endo die nahende Pause nach dem Köln-Spiel. Der 28-Jährige wird sie brauchen können.

Endos Formkurve zeigte zuletzt zwar wieder nach oben. Phasenweise wirkte er im Verlauf der Hinrunde aber etwas überspielt. Ein «kleines Leistungstief» habe er zwischenzeitlich gehabt, analysierte auch Matarazzo. Was bei dem Japaner bedeute, dass er es aber «immer noch ordentlich» gemacht habe, weil er eben «immer marschiert und macht und tut», wie der Coach lobte.

«Er geht immer an seine Grenze, wo auch immer die ist.» Zuletzt lag sie wieder weiter oben. Dass Endo das Angebot des Trainers, nach der Winterpause zwei Tage später als der Rest der Mannschaft in die Vorbereitung einzusteigen, abgelehnt habe, spreche «für ihn und seinen Charakter», sagte Matarazzo.

Die 0:5-Klatsche gegen Herbstmeister Bayern München unter der Woche konnte zwar auch Endo nicht verhindern. Dass sie die Stuttgarter aus der Bahn wirft, in die sie mit sieben Punkten aus den vorangegangenen drei Partien gerade erst wieder etwas hineingefunden hatten, glaubt Matarazzo aber nicht. «Wir sehen die Chance, auswärts gegen eine gute Mannschaft etwas zu leisten und auch zu punkten», so der 44-Jährige mit Blick auf die Partie in Köln. In der geht es für den VfB, sollte Verfolger Augsburg tags zuvor bei Schlusslicht Fürth punkten, dann womöglich auch darum, in der Tabelle über dem Strich zu bleiben und die Weihnachtsfeiertage nicht auf dem Relegationsrang zu begehen.

Das «würde uns sicher guttun», räumte Matarazzo ein. «Dann schmeckt die Gans vielleicht ein Stück weit saftiger.» Was aber auch passiere, «wir werden es einordnen können», versicherte er. Hinter dem Einsatz von Linksverteidiger Borna Sosa (Rückenprobleme) stehe noch ein «großes Fragezeichen», sagte er. Auch hinter dem von Außenbahnspieler Roberto Massimo (Sprunggelenkverletzung). Mittelfeldtalent Nikolas Nartey ist nach Knieproblemen indes wieder eine Option. Und Dauerbrenner Endo in Stuttgarts Zentrale ja eh nicht kleinzukriegen.

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