Baden-Württemberg

Dauerstreit: Keine Abendspiele in Freiburgs neuer Arena?

Ein Fußball geht ins Netz
Ein Fußball geht ins Netz. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © Jan Woitas

Freiburg (dpa/lsw) - Im Dauerstreit um die Austragung von Abendspielen in seiner neuen Arena hat der SC Freiburg einen erneuten Rückschlag hinnehmen müssen. Nach einem Beschluss des baden-württembergischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) darf der SC dort vorläufig keine Bundesliga-Spiele ab 20.00 Uhr ausrichten, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag hieß. Auch an Sonntagen zwischen 13.00 und 15.00 Uhr sind nach entsprechenden Beschwerden von Anwohnern Bundesliga-Partien untersagt. Der Club reagierte mit Unverständnis auf den Entschluss. «Eine unverständliche Entscheidung, die so nicht zu erwarten war», sagte Vorstand Oliver Leki.

Da das Hauptsacheverfahren in der monatelangen Auseinandersetzung jedoch vor dem Verwaltungsgericht verhandelt wird, glaubt der SC noch an eine Lösung. «Ich bin zuversichtlich, dass unsere Rechtsauffassung sich im weiteren Verfahren bestätigen wird», sagte Leki.

Auch das Regierungspräsidium (RP) Freiburg zeigte sich «überrascht» vom VGH-Beschluss, rechnet aber ebenfalls noch mit einer Klärung. «Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass unsere Argumente im Hauptsacheverfahren am Verwaltungsgericht Freiburg überzeugen werden und die Rechtsfrage gegebenenfalls höchstrichterlich zu unseren Gunsten geklärt wird», hieß es in der RP-Mitteilung.

Aktuell ist noch gar nicht klar, wann der Sport-Club sein erstes Spiel in dem neuen Stadion in der Nähe des Flugplatzes bestreiten wird. Zunächst spielt die Mannschaft von Trainer Christian Streich weiter im Schwarzwaldstadion. Erst zur Rückrunde erfolgt vermutlich der Umzug.

Der jüngste VGH-Beschluss ist der nächste Schritt eines gerade am Anfang teils skurril anmutenden Streits. Der VGH hatte bereits im vergangenen Oktober ein entsprechendes Verbot ausgesprochen - kurz darauf stellte sich jedoch heraus, dass er auf Basis veralteter Lärmschutzwerte geurteilt hatte. Anschließend stieg das Gericht erneut in die Sachprüfung ein und kam nun zu einem ähnlichen Ergebnis. Bundesliga-Partien am Freitag- oder Montagabend wären demnach ausgeschlossen.

Neu ist dagegen, dass DFB-Pokalspiele auch in den Abendzeiten stattfinden und gegebenenfalls auch in die Nachtzeit (ab 22.00 Uhr) hineinreichen dürften. Auch Europapokal-Spiele wären den nicht für den internationalen Wettbewerb qualifizierten Freiburgern in diesen Zeiten gestattet. Späte Bundesliga-Partien soll es dagegen vorerst nicht geben - denn diese seien «wahrscheinlich zu Unrecht als seltene Ereignisse im Sinne der Sportanlagenlärmschutzverordnung eingestuft worden», hieß es.

Das RP geht hingegen davon aus, dass Bundesligapartien zumindest bis 22.00 Uhr stattfinden könnten, weil der Lärm bis dahin voraussichtlich in den zulässigen Grenzen gehalten werden könnte. Ein Ende des Streits ist noch nicht in Sicht.