Arbeit

DGB verlangt Landesagentur für Künstliche Intelligenz

Kai Burmeister
Der Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Baden-Württemberg Kai Burmeister spricht. © Bernd Weißbrod

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert von der grün-schwarzen Landesregierung die Schaffung einer Landesagentur für Künstliche Intelligenz. DGB-Landeschef Kai Burmeister sagte der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart: «Die Agentur muss Betriebe und Institutionen beraten. Ziel muss sein, Leitlinien zum Einsatz der künstlichen Intelligenz zu entwickeln. Diese müssen im Einklang mit den Interessen von Beschäftigten stehen.»

Burmeister sagte, in den Betrieben werde der Einsatz von KI in den nächsten Jahren immer wichtiger. «Es ist wichtig, die Anwendungen so zu gestalten, dass die Beschäftigten davon profitieren. Es darf nicht der gläserne Beschäftigte oder der gläserne Bürger entstehen.» Die zunehmend digitalisierte Arbeitswelt müsse sich zu einer Welt für gute Arbeit entwickeln.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) müsse sich noch mehr für einen am Menschen orientierten Einsatz von KI engagieren. «Im ersten Schritt sollte es eine menschenorientierte Technikfolgenabschätzung unter Beteiligung der Zivilgesellschaft geben.» Man dürfe aber nicht bei einem technikzentrierten Ansatz stehen bleiben. «Wo kann KI unser Leben besser machen und wo gibt es Grenzen, diese Fragen müssen wir breit diskutieren.» Schließlich gehe es um Gesundheitsschutz, Mitbestimmung und die Entscheidungssouveränität derjenigen, die mit KI in Berührung kämen.

Der DGB-Landeschef mahnte, der Einsatz der neuen Möglichkeiten dürfe die Verantwortung des Menschen nicht in den Hintergrund rücken lassen. «Es wäre ein Horrorszenario, wenn künftig KI-Systeme darüber bestimmen, ob jemandem gekündigt wird.» Baden-Württemberg soll nach dem Willen von Grün-Schwarz beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) ein europaweit führender Standort werden.