Baden-Württemberg

Dieb klaut Johannesfigur aus Schöntal: Nun zurückgekehrt

Kloster Schöntal
Das Kloster Schöntal. Foto: Christoph Schmidt/dpa © Christoph Schmidt

Stuttgart/Schöntal (dpa/lsw) - Zwei Jahre lang war eine wertvolle barocke Figur des Heiligen Johannes verschwunden, nachdem sie ein Dieb aus der Kirche des Klosters in Schöntal gestohlen hatte. Jetzt wird bekannt: Die Skulptur stand im Haus eines einschlägig vorbestraften Kunstdiebs in Frankreich. Dort entdeckten Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) in Stuttgart, des Bundeskriminalamts und der französischen Behörden sie bei Durchsuchungen im März und Februar vergangenen Jahres - zusammen mit 25 weiteren in Deutschland gestohlenen Kunstwerken. Nun kehrt die Figur an ihren rechtmäßigen Platz in der Klosterkirche in Schöntal (Hohenlohekreis) zurück.

Wie das LKA mitteilte, übergab sein Vizepräsident Andreas Renner die Figur am Dienstag an Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Die Kirche sei «für viele Menschen aus der Umgebung ein wichtiger Ort, sei es aus religiösen oder aus emotionalen Gründen», wurde Hörrmann in der Mitteilung zitiert. «Wir sind daher außerordentlich froh, dass es gelungen ist, die Figur wiederzufinden.»

Die Alabasterfigur aus dem 17. Jahrhundert war im Mai 2018 aus der Klosterkirche gestohlen worden. Sie stand dort als Teil einer Darstellung der Kreuzigung Christi. Die Behörden im Südwesten nahmen die Ermittlungen und suchten sich dafür die Hilfe der französischen Kollegen, als die Spur nach Frankreich führte - zu einem 49-Jährigen, der im Verdacht steht, über Jahre hinweg Kunst aus Museen, Kirchen, Galerien und Auktionshäusern gestohlen zu haben.

Vergangenes Jahr dann schlugen die Ermittler zu und durchsuchten sein Haus. Die Kunstwerke seien dort «quer verteilt» gewesen, sagte ein LKA-Sprecher. Unter den insgesamt 26 in Deutschland gestohlenen Kunstgegenständen waren 20 aus Baden-Württemberg. Auch die Figur des Heiligen Johannes aus Schöntal war dabei. Dass sie erst jetzt nach Hause zurückkehrt, liegt auch daran, dass das Fundstück als Beweismittel behandelt wird, bis es zur Herausgabe freigegeben wird, wie ein Sprecher des Staatsanwaltschaft Offenburg erläuterte.

Die Figur sei augenscheinlich unbeschädigt, sagte der LKA-Sprecher. Bei dem mutmaßlichen Dieb handele es sich um einen Kunstliebhaber, der sein Diebesgut entsprechend umsichtig behandelt habe. Der Mann befindet sich derzeit in Frankreich. Er muss dort im Rahmen eines anderen Verfahrens eine Fußfessel tragen. Die Staatsanwaltschaft Offenburg wird dem Sprecher zufolge Anklage gegen den Mann beim Amtsgericht Gengenbach erheben. Sie ermittelt wegen des Verdachts des schweren Diebstahls in Tateinheit mit Verstößen gegen das Kulturgutschutzgesetz.