Baden-Württemberg

Diesel-Fahrverbote in Heilbronn dank besserer Luft vom Tisch

Abgase strömen aus dem Auspuff eines Fahrzeuges mit Dieselmotor
Abgase strömen aus dem Auspuff eines Fahrzeuges mit Dieselmotor. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Symbolbild © Jan Woitas

Heilbronn (dpa/lsw) - Drohende Fahrverbote für Euro-5-Diesel-Autos in Heilbronn sind dank einer verbesserten Luftqualität vom Tisch. Mit fast flächendeckend Tempo 40 im Kernbereich der Stadt sowie auf den größtenteils vierspurigen Durchgangsstraßen, besseren Angeboten für Radverkehr und öffentlichen Nahverkehr, einer erneuerten Busflotte, verkehrsabhängiger Ampelsteuerung und Luftfiltersäulen seien die Luftwerte gesenkt worden, teilte das Regierungspräsidium Stuttgart am Dienstag mit. Eine für Donnerstag geplante Verhandlung am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim entfalle.

«Unser Ziel einer flächendeckenden Grenzwerteinhaltung in Heilbronn im Jahr 2020 ist zehn Jahre nach Inkrafttreten des Grenzwertes erfüllt», sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch am Dienstag. Laut DUH bewirkte die 2018 eingereichte Klage gegen das Land Baden-Württemberg, dass der veraltete Luftreinhalteplan von 2011 im August 2020 fortgeschrieben worden sei. Nun müsse die Verkehrswende in der Stadt intensiviert werden, um die Luftbelastung auch nach dem Ende des Corona-Lockdowns unterhalb des Grenzwertes zu halten.

Heilbronn gehörte zu den vier Städten in Baden-Württemberg, in denen der NO2-Grenzwert im Jahr 2019 noch überschritten wurde. 47 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurden im Jahresmittel an der Station Weinsberger Straße-Ost gemessen, im vergangenen Jahr waren es nur 32. Der Grenzwert liegt bei 40. Im Zuge von Lockdowns in Corona-Zeiten verbesserten sich die Werte vielerorts. Der Mitteilung zufolge sollen die in Heilbronn ergriffenen Maßnahmen langfristige Wirkung haben.

«Gute Luftwerte sind keine Selbstverständlichkeit und keine Selbstläufer», erklärte Regierungspräsident Wolfgang Reimer. «Daher sollte eine enge Verzahnung von Bus, Bahn mit dem Auto für eine langfristige Grenzwerteinhaltung erfolgen.» Jeder Bürger könne beim Neukauf von Fahrzeugen auf Modelle mit geringerem Schadstoffausstoß setzen oder gar auf eine emissionsfreie Mobilität umsteigen.

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