Festspiele

Dirigent fühlt sich «wohl und heimisch» im Bayreuther «Ring»

Dirigent Cornelius Meister
Der Dirigent Cornelius Meister, Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart. © Bernd Weißbrod

Bayreuth (dpa) - Der neue musikalische Leiter des Bayreuther «Ring des Nibelungen», Cornelius Meister, fühlt sich «wohl und heimisch» in der Produktion, die er kurzfristig vom an Corona erkrankten Pietari Inkinen übernommen hat. Meister sollte ursprünglich bei den Richard-Wagner-Festspielen am 25. Juli die Eröffnungspremiere «Tristan und Isolde» dirigieren. «Ich will nicht verheimlichen, dass mich die Situation in einen Gewissenskonflikt gestürzt hat. Denn in der Tat haben wir diese "Tristan"-Produktion über Monate hinweg gemeinsam vorbereitet. Für mich ist eine Produktion nicht etwas, das austauschbar ist wie ein Kühlschrank zweier Marken. Ich fühle mich üblicherweise als Teil einer Produktion», sagte Meister der Deutschen Presse-Agentur in Bayreuth.

«Auf der anderen Seite: Den Festspielen aus der Patsche zu helfen in dieser misslichen Situation ist selbstverständlich. Zumal ich den "Ring" bekanntlich seit vielen Jahren im Repertoire habe. Das ist eine Notsituation, die man sich nicht ausgesucht hat», ergänzte er. Um sich voll auf den rund 16-stündigen «Ring» mit seinen vier Opern konzentrieren zu können, gab der 42-Jährige die musikalische Leitung von «Tristan und Isolde» an Markus Poschner, Chef des Bruckner-Orchesters Linz, ab.

Über Richard Wagners Musikdramen sagte der Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart: «Je länger ich mich damit befasse, desto deutlicher ist mir, wie unterschiedlich seine Werke sind. Und wie sich innerhalb der Werke die einzelnen Akte, die einzelnen Szenen voneinander unterscheiden. Das macht für mich auch die Größe dieser Werke aus. Dass sie gerade nicht bloß einen einzigen Aspekt der Welt abbilden.»

1998 kam Meister als Stipendiat das erste Mal nach Bayreuth zu den Festspielen. «Ich habe - das ist ja kein Geheimnis - nicht nur davon geträumt, sondern auch innerlich gespürt, dass ich hierher zurückkehren würde. Jetzt ist es soweit und es fühlt sich sehr natürlich an.»

Der «Ring des Nibelungen» besteht aus vier Werken - «Rheingold», «Walküre», «Siegfried» und «Götterdämmerung». Regie beim Bayreuther «Ring» führt Valentin Schwarz. Der Zyklus wird dieses Jahr auf dem Grünen Hügel drei Mal gespielt.