Baden-Württemberg

Ehemaliger Kämmerer nach Klinikskandal vor Gericht

Justitia-Abbildungen
Justitia-Abbildungen sind zu sehen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild © Rolf Vennenbernd

Ravensburg (dpa/lsw) - Wegen eines besonders schweren Falls von Untreue im Zusammenhang mit einem Klinikskandal in Oberschwaben muss sich vom heutigen Montag (8.30 Uhr) an ein ehemaliger Stadtkämmerer verantworten. Dem 74-Jährigen wird vorgeworfen, im Rahmen der Privatisierung des städtischen Krankenhauses 14 Nothelfer in Weingarten rechtswidrig gehandelt und seinen Amtspflichten nicht nachgekommen zu sein. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Ravensburg ist der Stadt so ein Schaden in Millionenhöhe entstanden.

Das Krankenhaus 14 Nothelfer in Weingarten war über mehrere Jahre hinweg tief in die roten Zahlen gerutscht. Bis Oktober 2013 kamen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Schulden in Höhe von 18 Millionen Euro zusammen. Im gleichen Jahr hatte das Klinikum Friedrichshafen rund 95 Prozent der Anteile an dem Krankenhaus in Weingarten übernommen, die restlichen Anteile blieben bei der Stadt.

Der angeklagte Ex-Kämmerer soll der Staatsanwaltschaft zufolge unter anderem rechtswidrig vorgeschlagen haben, eine Sonderkasse für den Zahlungsverkehr des Krankenhauses über dessen Privatisierung hinaus beizubehalten. Bei einer Verurteilung drohen dem Mann bis zu zehn Jahre Haft. Der Prozessbeginn war nach Angaben des Ravensburger Landgerichts coronabedingt von Januar auf Mai verschoben worden. Mit einem Urteil wird demnach im September gerechnet.

© dpa-infocom, dpa:210516-99-620808/2