Baden-Württemberg

Eltern- und Schülervertreter: Tägliche Tests an Schulen

Schnelltests von Lehrerinnen und Lehrern
Eine Arzthelferin tropft die Abstrichlösung in einer Grundschule auf einen Corona-Schnelltest. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa/lsw) - Vor einem Gespräch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) über weitere Schulöffnungen haben sich die Beteiligten bereits positioniert. Der Landeseltern- und der Landesschülerbeirat fordern als Voraussetzung für eine weitere Öffnung der Schulen eine tägliche Testung aller Schüler.«Das Potenzial für das Testen an den Schulen ist noch längst nicht ausgeschöpft», sagte die Sprecherin des Landesschülerbeirates, Elisabeth Schilli, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. An manchen Schulen werde ein bis zwei Mal in der Woche getestet, an anderen gar nicht.

Die Teilnahme an den Tests müsse verpflichtend sein, denn noch immer gebe es Schüler und Schülerinnen, die sich nicht testen ließen. «Dabei dient die Testung dem Schutz der Gruppe und deren Angehörigen.» Sie forderte die Landesregierung auf, den Wechselunterricht auch für die Mittelstufe einzuführen und dafür einen Stufenplan mit mehreren Kriterien neben dem Inzidenzwert zu erstellen.

An dem Online-Treffen zum Thema Schulöffnungen nehmen auch mehrere Lehrerverbände wie die GEW und der Philologenverband teil. Für die Landesregierung sind auch Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) eingeladen.

Der Chef des Elternverbandes, Michael Mittelstaedt, verwies auf wenig aufwendige, andernorts bereits praktizierte Test-Lösungen; dabei werden zwei Abstriche abgegeben,von denen einer in den sogenannten Pool wandert. Erst im Fall eines positiven Pool-Ergebnisses werden die Einzelabstriche untersucht. Sein Verband gehe mit zehn Forderungen in die Videokonferenz. «Die Hoffnungen der Eltern auf dieses Gespräch sind gewaltig.» Ihre Wünsche ließen sich auf die Formel «Präsenz und Sicherheit» bringen. Deshalb spielten hochwirksame Luftfilter und Plexiglasabgrenzungen in den Klassenräumen eine große Rolle. Die Kosten dafür lägen bei 220 Millionen Euro.

Den Eltern wie den Schülern liegen Förderprogramme am Herzen, um coronaverursachte Lerndefizite in den Ferien auszugleichen. «Wenn der verpasste Stoff erst im kommenden Schuljahr neben dem aktuellen Unterricht aufgeholt wird, entsteht ein Teufelskreis nach unten», sagte Schilli, die rund 1,5 Millionen Schüler im Südwesten vertritt. Am besten werde mit gezieltem Unterricht zum Ausgleich der Lücken noch in den Osterferien begonnen, spätestens aber in den Pfingstferien.

Mittelstaedt fordert überdies ein Corona-Impfangebot für Schüler und Schülerinnen ab 16 Jahren. So könne verhindert werden, dass die Jugendlichen kurz vor dem Schulabschluss durch eine Corona-Erkrankung aus der Bahn geworfen werden. Der Forderung schloss sich Schilli an, sofern die Risikogruppen versorgt seien.

In Baden-Württemberg sind viele Kinder und Jugendliche seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule gewesen. Die Grundschulen hatten Mitte Februar wieder mit Wechselunterricht begonnen, auch die Abschlussklassen sind seitdem teilweise wieder an den Schulen. Seit 15. März sind die Grundschulen wieder im Regelbetrieb. Die 5. und 6. Klassen sind ebenfalls zurückgekehrt, können aber auch im Wechsel unterrichtet werden. Die Mittelstufe wird online unterrichtet.

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