Baden-Württemberg

Enkeltrick: Haftbefehl gegen sechs Verdächtige

Enkeltrick
Eine ältere Frau telefoniert mit einem schnurlosen Festnetztelefon. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild © Karl-Josef Hildenbrand

Mannheim (dpa/lsw) - Das Amtsgericht Mannheim hat Haftbefehl gegen sechs Frauen und Männer erlassen, die zu einer bundesweit aktiven «Enkeltrick-Bande» gehören sollen. Die Verdächtigen im Alter von 19 bis 33 Jahren sollen in mindestens 17 Fällen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz ihre Opfer mit dieser Masche reingelegt haben, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch in Mannheim mitteilten. Dabei sollen sie zwischen August 2020 und März 2021 einen Schaden von 270 000 Euro verursacht haben.

Am Telefon gaben sich Betrüger als Verwandte von Senioren aus, die wegen einer Notlage angeblich dringend Geld benötigten. Die Ermittler gehen davon aus, dass für die Anrufe ein Call-Center in Polen genutzt wurde. Die nun verhafteten sechs mutmaßlichen Täter sollen für die Geldübergaben zuständig gewesen sein, heißt es weiter.

Erlassen worden seien die Haftbefehle am Montag. Außerdem hätten Beamte die Wohnungen der Verdächtigen in Mannheim, Worms und Frankfurt durchsucht. Dabei seien unter anderem Mobiltelefone sichergestellt worden. Die Behörden ermitteln seit dem vergangenen Jahr in dem Fall und nahmen bereits mehrfach nach Geldübergaben in verschiedenen Regionen Tatverdächtige fest.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) lobte den Fahndungserfolg des Polizeipräsidiums Mannheim: «Ein eindeutiges Zeichen an all diejenigen, die meinen, sich mit kriminellen Methoden in der Regel an älteren Menschen bereichern zu wollen.» Genauso wichtig wie Ermittlungserfolge seien aber auch Prävention und Aufklärung, warb der Minister.

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