Baden-Württemberg

Erfolge beim Kampf gegen die Tierseuche Krebspest

Krebssperren in der Brugga
Der Fluss Brugga fliesst nahe dem Kirchzartener Ortsteil Neuhäuser über eine Krebssperre. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa © Philipp von Ditfurth

Kirchzarten (dpa/lsw) - Im Kampf gegen die Tierseuche Krebspest im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald können die Behörden Erfolge vermelden. Vom neuen Jahr an dürften große Bereiche der Brugga und ihrer Seitenbäche im Dreisamtal zwischen Kirchzarten und Oberried wieder genutzt werden, teilte das Regierungspräsidium Freiburg am Donnerstag mit. Das im Sommer 2019 erstmals verhängte Betretungsverbot gelte dann nur noch für wenige Bereiche. Die neuen Regeln seien zunächst bis zum 30. Juni 2022 gültig.

Die pilzähnlichen Krebspest-Erreger Aphanomyces astaci stammen den Angaben nach vom eingewanderten Kamberkrebs und gefährden den geschützten und sehr seltenen Dohlenkrebs. Bei heimischen Flusskrebsen verlaufe eine Ansteckung tödlich, es gebe keine wirksame Behandlung oder Impfung. Für Menschen sei die Krankheit unschädlich.

Die Krebspest wird laut Mitteilung über sogenannte Sporen übertragen. Das könne zum Beispiel über Gegenstände geschehen, die mit kontaminiertem Wasser in Kontakt gekommenen sind, wie Gummistiefel, Kescher und Reusen. Auch am feuchten Fell von Hunden oder Gefieder von Wasservögeln könnten sie in ein Gewässer eingeschleppt werden.

Daher haben die Behörden Maßnahmen zumindest zur Eindämmung der Krebspest nach deren Ausbruch im März 2019 ergriffen: Zwei sogenannte Krebssperren in der Brugga sowie das Trockenlegen von Verbindungsgewässern sollen die Ausbreitung verhindern. Im Unterlauf ist wegen der grassierenden Tierseuche unter anderem Angeln verboten, Hunde dürfen nicht in dem Fluss oder seinen Nebengewässern baden.

Regelmäßig wird der Krebsbestand kontrolliert. Dabei wurden den Angaben zufolge in diesem Jahr im Unterlauf der Brugga keine lebenden, aber einige tote Dohlenkrebse entdeckt. Das deute auf ein latentes Krebspestreservoir hin, von dem ein sehr hohes Risiko der Seuchenausbreitung ausgehe, teilte das Regierungspräsidium mit.

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