Arbeitsmarkt

Experte: Hohe Inflation lässt Schwarzarbeit ansteigen

Zwölf Euro
Eine Person hält 12 Euro in der Hand. © Fernando Gutierrez-Juarez

Linz/Düsseldorf/Tübingen (dpa) - Die hohe Inflation könnte einen spürbaren Anstieg der Schwarzarbeit in Deutschland mit sich bringen. Dies geht aus Berechnungen des Linzer Finanzwissenschaftlers Friedrich Schneider hervor. Demnach wird die Schattenwirtschaft in Deutschland im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 22,1 Milliarden auf 360,31 Milliarden Euro steigen. Das entspricht 10,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Wert der Schattenwirtschaft in Deutschland lag im Jahr 2021 bei 338,12 Milliarden Euro oder 9,51 Prozent des BIP. Zuerst hatte das «Handelsblatt» am Mittwoch über die Zahlen berichtet.

«Wir planen, Ende Januar oder Anfang Februar 2023 gemeinsam mit Herrn Schneider eine Prognose für das Jahr 2023 zu veröffentlichen», sagte Arbeitsmarktforscher Bernhard Boockmann vom Institut für angewandte Wirtschaftsforschung der Universität Tübingen der dpa.

Ursprünglich hatte Schneider zu Jahresbeginn infolge der guten Konjunkturentwicklung einen Rückgang der Schattenwirtschaft berechnet. «Energie-Krise und hohe Inflationsraten haben dieses Ergebnis umgedreht», sagte Schneider der dpa. Die Berechnungen beruhen laut Schneider auf vier Annahmen: Inflationsrate bei circa 9 Prozent, kein kompletter Gaslieferstopp in diesem Jahr, keine Ausweitung des Krieges in der Ukraine und keine Verschärfung der Lieferkettenproblematik.