Baden-Württemberg

Falsche Polizisten müssen vor Gericht

Trickbetrug am Telefon
Ein abgelegter Telefonhörer. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Illustration © Rolf Vennenbernd

Wallhausen (dpa/lsw) - Drei Betrüger sollen sich bald in Ellwangen vor Gericht verantworten, weil sie als sogenannte falsche Polizisten versucht haben sollen, mindestens 200 000 Euro von Senioren zu ergaunern. Gegen das Trio im Alter zwischen 19 Jahren und 26 Jahren sei Anklage erhoben worden wegen bandenmäßigen und gewerbsmäßigen Betrugs, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Die Habgier und der Verdacht eines bereits betrogenen Rentners sind den Männer demnach zum Verhängnis geworden sein.

Nach den Angaben hatten die drei Männer gleich mehrfach versucht, einen 65-Jährigen in Wallhausen (Kreis Schwäbisch Hall) um sein Erspartes zu bringen. Sie machten ihm laut Staatsanwaltschaft weis, sein Vermögen sei in Gefahr - und behaupteten später, die überreichten Banknoten seien Falschgeld gewesen und er müsse sein Vermögen mit ihrer Hilfe in Sicherheit bringen. Das war zu viel des Guten - der Mann alarmierte die Polizei und die schlug bei der nächsten Geldübergabe zu. Auch in Grünwald bei München sollen die Betrüger unterwegs gewesen sein. Im bayerischen Feldafing übergab ihnen ein verängstigtes Opfer sogar 117 000 Euro aus seinem Bankschließfach.

Das Phänomen der falschen Polizisten gibt es nicht erst seit der Corona-Krise. 2019 haben Betrüger mit dem sogenannten Enkeltrick und als falsche Polizisten allein in Baden-Württemberg rund 10,5 Millionen Euro erbeutet. Die Zahl der bekannten Fälle hat sich im Vergleich zum Jahr davor fast verdoppelt, wie aus der jüngsten Polizeilichen Kriminalstatistik des Landes hervorgeht.