Klimawandel

FDP will mehr Einsatz von E-Fuels

Hans-Ulrich Rülke
Hans-Ulrich Rülke, Fraktionsvorsitzender der FDP im baden-württembergischen Landtag. © Uli Deck

Stuttgart (dpa/lsw) - Die oppositionelle FDP-Fraktion zweifelt am Siegeszug des E-Autos und drängt die Landesregierung zum stärkeren Einsatz für synthetische Kraftstoffe. FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke warnte am Montag in Stuttgart, wer sich zu stark auf die Elektromobilität versteife, der bringe sich in «fahrlässige Abhängigkeit» von China, das den Batteriemarkt beherrsche. Hinzu komme, dass der Anteil von E-Autos trotz jahrelanger Förderung nur sehr langsam steige.

Es sei nicht ausgeschlossen, dass es Deutschland eines Tages mit China genauso ergehe wie derzeit mit Russland. «Wenn die Chinesen auf die Idee kommen, wir schnappen uns Taiwan», dann drohten auch hier Sanktionen und Embargos, die noch schlimmere Auswirkungen hätten als die für den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. «Dann kommt die europäische Auto- und Zulieferindustrie zum erliegen, wenn man «Batterie only» macht», sagte der Liberale voraus.

Rülke fordert Grün-Schwarz auf, den Weg für mehr Einsatz von sogenannten E-Fuels freizumachen. «Nur mit synthetischen Kraftstoffen, mit denen schon heute jeder Verbrenner CO2-neutral betrieben werden kann, gelingt uns die wirtschafts- und sozialverträgliche Transformation unserer heimischen Automobilwirtschaft.» Der FDP-Politiker zeigte sich sicher: «Wir sind die wahren Klimaschützer.»

E-Fuels sind Treibstoffe für Benzin- oder Dieselmotoren, die durch ein schwieriges chemisches Verfahren hergestellt werden. Kritiker führen gegen synthetische Kraftstoffe an, die Herstellung brauche extrem viel Energie und sei deswegen sehr teuer. Zudem stießen die Autos bei der Verbrennung von E-Fuels anders als E-Fahrzeuge klimaschädliches CO2 aus.