Baden-Württemberg

Fischereischeine heiß begehrt: Interesse am Angeln wächst

Angeln am Stuttgarter Max-Eyth-See
Ein Mann angelt am Max-Eyth-See. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild © Christoph Schmidt

Stuttgart (dpa/lsw) - Tausende Menschen im Südwesten haben in Corona-Zeiten ihre Leidenschaft fürs Angeln entdeckt - doch der Einstieg gestaltet sich schwierig. Wegen der Pandemie sind Angel-Prüfungen und die für die Prüfung unverzichtbaren Praxistage ausgefallen. «Wir erleben einen gewissen Boom des Angelns», sagt der Geschäftsführer des Landesfischerei-Verbandes, Reinhart Sosat. Rund 10.000 Menschen im Südwesten wollen ihrem neuen Hobby so schnell wie möglich an Seen oder Flüssen nachgehen.

3000 Angelfreunde hatten Glück und haben nach Angaben Sosats Anfang Mai die erste Fischereiprüfung seit einem Jahr abgelegt und können nun den Fischereischein bei ihrer Kommune beantragen. «Die haben sich sehr gefreut, endlich am Ziel zu sein», sagt Sosat. Auch bei Frauen werde die Fischerei immer beliebter. Ihr Anteil liege bei fünf bis zehn Prozent.

Doch 7000 Menschen warten sehnlichst darauf, ihren Praxistag als Voraussetzung für die Prüfung zu absolvieren. «Denn Angeln kann man ja nicht nur theoretisch lernen», erläutert Sosat. Dass diese Treffen eines Ausbilders mit sechs Prüflingen am Wasser wegen Corona nicht erlaubt sind, versteht er nicht. «Der Aufenthalt an frischer Luft mit Masken und Distanz ist doch ziemlich risikolos.» Doch langsam kommt Bewegung in die Sache: Nach Angaben des Sozialministeriums kann die praktische Ausbildung in Regionen mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von unter 100 stattfinden.

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