Baden-Württemberg

Fluch des Fast-Aufsteigers? Heidenheimer Start voller Sorgen

Frank Schmidt
Heidenheims Trainer Frank Schmidt gestikuliert an der Seitenlinie. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild © Marius Becker

Heidenheim (dpa/lsw) - Vier Monate nach seinem knapp verpassten Aufstieg ist der 1. FC Heidenheim wieder auf dem Relegationsplatz der 2. Fußball-Bundesliga angelangt. Allerdings nicht auf dem oberen, sondern dem unteren. Der Saisonstart mit nur einem Sieg aus sechs Spielen ist gründlich misslungen. Neben sportlichen hat der Club auch wirtschaftliche Sorgen. Und sein Trainer hatte zwischenzeitlich sogar gesundheitliche. Es ist viel zusammen gekommen seit den beiden Duellen mit dem SV Werder Bremen. Es scheint, als würde sich der Fast-Aufstieg für die Schwaben zum Fluch entwickeln.

«Wir brauchen jetzt die drei Punkte», sagte Coach Frank Schmidt vor dem Heimspiel gegen die Würzburger Kickers am Freitag (18.30 Uhr/Sky). «Da sind wir absolut in der Pflicht. Dieser Situation müssen wir uns stellen. Wenn wir verlieren, hängen wir die nächsten Wochen ganz unten drin.» Angesichts des personellen Umbruchs im Sommer sei klar gewesen, «dass unsere neue Mannschaft Zeit brauchen wird, bis gewisse Mechanismen greifen», sagte Heidenheims Vorstandschef Holger Sanwald. Darauf habe man sich vor der Saison eingestellt. Und die «oberste Zielsetzung, den Klassenerhalt, so früh wie möglich zu sichern, hat sich seither nicht verändert».

Bislang ist es den Heidenheimern aber nicht gelungen, die Abgänge der Leistungsträger Tim Kleindienst, Niklas Dorsch (beide KAA Gent), Sebastian Griesbeck (Union Berlin) und Timo Beermann (VfL Osnabrück) zu kompensieren. Die Offensive lahmt. Nur der kommende Gegner Würzburg (5) hat noch weniger Tore erzielt als die Heidenheimer (6). Nach der jüngsten 0:1-Niederlage in Düsseldorf kritisierte Trainer Schmidt zudem die Einstellung seiner Mannschaft.

Baustellen gibt es aber nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Bei der 1:2-Pleite in Aue Mitte Oktober musste der FCH auf Coach Schmidt verzichten, weil dieser wegen einer Entzündung im Bauchraum im Krankenhaus behandelt wurde. Vor dem anschließenden Heimspiel gegen Osnabrück (1:1) sorgte eine Reihe von Corona-Tests, die erst positiv und dann negativ ausfielen, für Verwirrung. Die Heidenheimer fühlten sich in ihrer Spielvorbereitung gestört und prüften einen Laborwechsel, sahen letztlich aber von rechtlichen Schritten ab.

Auch der von der Bundesregierung verhängte Teil-Lockdown im November bereitet den Schwaben Kopfzerbrechen. Wegen der fehlenden Einnahmen aufgrund des Fan-Ausschlusses denken sie über erneute Kurzarbeit nach. In der «momentanen Ausnahmesituation» geht es laut Sanwald darum, «die nachhaltige Existenz unseres Vereins zu sichern».