Baden-Württemberg

Flughafen-Parkhaus als Testfeld für autonomes Parken

Automatisiertes Parken
Eine Mercedes-Benz S-Klasse steht während einer Pressevorführung in einem Parkhaus am Stuttgarter Flughafen an einem Drop-off Platz für Fahrzeuge, die automatisiert parken können. Foto: Marijan Murat/dpa © Marijan Murat

Stuttgart (dpa) - Hochmoderne Autos sollen am Stuttgarter Flughafen bald ohne menschliche Überwachung vollautomatisiert durch ein Parkhaus bis zum Stellplatz rollen können. Entsprechende Pläne stellten der Technologiekonzern Bosch, der Autobauer Daimler und der Parkhausbetreiber Apcoa am Montag in Stuttgart vor. Ein Mensch im Auto oder in der Nähe des Fahrzeugs sei dank technischer Fortschritte dort künftig nicht mehr für Parkmanöver von entsprechend modern ausgerüsteten Autos nötig. Stattdessen sollen die Fahrzeuge in der Lage sein, komplett autonom durch das extra mit Kameras ausgerüstete Parkhaus am Airport zu navigieren - womöglich über mehrere Parkhausebenen hinweg und sogar bei Gegenverkehr.

Damit das «Automated Valet Parking» im Alltag Anwendung finden kann, braucht es aber noch eine Behördengenehmigung. Eine Bosch-Sprecherin nannte auf Anfrage keinen Zeitpunkt, bis wann damit zu rechnen sei.

Szenarien, wonach im Falle einer solchen Genehmigung gleich Dutzende Autos autonom und fahrerlos im Flughafen-Parkhaus herumkurven, sind aber unwahrscheinlich. Denn bisher hat allein die neue S-Klasse von Mercedes die notwendige Technik an Bord, um per Smartphone-Befehl fahrerlos zu einem reservierten Stellplatz zu rollen. Die neue Baureihe des Daimler-Luxusmodells soll im Dezember in den Verkauf gehen. Um tatsächlich autonom einparken zu können, müssen Interessierte dann nach Angaben eines Daimler-Sprechers noch ein Extra-Parkpaket als Zusatzausstattung erwerben. Mit anderen Autobauern sei man ebenfalls im Gespräch darüber, diese Technik in neue Fahrzeugmodelle einzubauen, sagte die Bosch-Sprecherin.

Schon seit einigen Jahren testen Bosch und Daimler das «Automated Valet Parking» im Parkhaus des Stuttgarter Mercedes-Benz-Museums - vor einem Jahr bekamen die beiden Konzerne die Zulassung der Behörden, diese Tests ohne jeden Menschen im Auto oder in der Nähe des Fahrzeugs fortzuführen. Der Stuttgarter Flughafen ist nun der nächste Schritt, die Pläne und Tests in den Alltag zu übertragen.