Baden-Württemberg

Freiburg verabschiedet sich aus starker Saison

Christian Streich
Freiburgs Trainer Christian Streich vor einem Spiel. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild © Rolf Vennenbernd

Frankfurt/Main (dpa) - Auch ohne das erhoffte Erfolgserlebnis zum Abschluss konnte sich der SC Freiburg nach einer wieder mal eindrucksvollen Saison stolz in den Urlaub oder zur EM verabschieden. «Die Mannschaft hat eine sehr, sehr gute Saison gespielt mit tollen Spielen», bilanzierte Trainer Christian Streich nach dem 1:3 bei Eintracht Frankfurt: «Es ist ein sehr, sehr gutes Ergebnis von uns. Wir sind sehr froh, was in den letzten zwei Jahren passiert ist.»

Nach Platz acht in der vergangenen Saison schloss der Sport-Club die Spielzeit 2020/21 als Zehnter ab. Am Ende fehlten zwar doch fünf Punkte zu Union Berlin auf Tabellenplatz sieben, der zur Teilnahme an der neu geschaffenen Conference League berechtigt. Eine minimale Chance darauf hatte auch der SC noch gehabt. Starke 45 Zähler belegen aber die sorgenfreien Monate ohne jegliche Abstiegsgefahr.

«Wenn man am letzten Tag als Freiburg noch eine Europacup-Chance hat, ist es eine gute Saison gewesen. Wir sehen das Ganze mit einem Lachen», meinte Linksverteidiger Christian Günter zufrieden. Dass sich der Freiburger Kapitän und Antreiber für Bundestrainer Joachim Löw empfohlen hat und für das vorläufige EM-Aufgebot nominiert wurde, ist nur eine der positiven Entwicklungen beim SC.

Robin Koch, Alexander Schwolow und Luca Waldschmidt hatten die Badener vergangenen Sommer verlassen. Dass die Saison ohne diese drei absoluten Leistungsträger auch komplizierter hätte laufen können, weiß auch Streich: «Die Mannschaft hat zusammengestanden», lobte er.

Künftig soll das außergewöhnliche Freiburger Bundesliga-Projekt mit einer neuen Spielstätte weitergehen. Ein Verkauf der besten Spieler wie so oft in der Vergangenheit ist momentan nicht zu erwarten. Dass die EM-Fahrer Günter, Vincenzo Grifo, Philipp Lienhart oder Roland Sallai vor einem Wechsel stehen, ist zumindest derzeit nicht bekannt. Für den Abschied des ausgeliehenen Torhüters Florian Müller steht der inzwischen genesene Mark Flekken bereit.

Auf die Frage, was dem SC noch fehlt, um in den Europapokal einzuziehen, wusste der niederländische Torhüter zum Saisonabschluss keine rechte Antwort. «Wir spielen ordentlichen Fußball, sind angriffslustig. Manchmal haben wir aber Spiele, wo es nicht so recht läuft», meinte Flekken, der nach seiner schweren Ellbogenverletzung in den abschließenden drei Saisonpartien wieder Spielpraxis sammelte.

In Frankfurt musste der 27-Jährige nach dem verwandelten Handelfmeter von André Silva (62. Minute) in den Schlussminuten noch die Gegentore von Almamy Touré (86.) und Ragnar Ache (90.+1) hinnehmen. Für ein Remis war Freiburgs zwischenzeitliches 1:1 von Woo-yeong Jeong (77.) zu wenig. «Ich bin zufrieden mit der Leistung, absolut», sagte Streich: «Normal ist das Spiel ein 1:1. Es ist schade, dass wir keinen Punkt holen konnten, sonst wären wir noch um einen Platz geklettert.» Trüben konnte die abschließende Niederlage das positive Freiburger Gesamtbild aber nicht mehr.

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