Geschlechtergerechtigkeit

Friseurbesuch bis Sonnenbad: FDP-Nachwuchs kämpft für Frauen

FDP-Nachwuchs gegen geschlechtsspezifische Preise beim Friseur
FDP-Nachwuchs gegen geschlechtsspezifische Preise beim Friseur © Armin Weigel

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Jungen Liberalen (JuLis) Baden-Württemberg fordern Aufklärungskampagnen für Verbraucherinnen und Verbraucher über sogenanntes Gender-Pricing - dass zum Beispiel Frauen beim Friseur für den gleichen Haarschnitt mehr zahlen müssen als Männer. «Am Ende des Tages muss sich der Preis für eine Dienstleistung am Aufwand und den Materialkosten berechnen und nicht am Geschlecht», erklärte der Landesvorsitzende der FDP-Nachwuchsorganisation, Max Kristmann, am Montag per Mitteilung nach dem 82. Landeskongress am Sonntag. Dabei beschlossen die Südwest-JuLis auch, dass Preise für Dienstleistungen transparent ausgewiesen werden sollen.

Ursprünglich hatte der Stuttgarter Kreisverband, der den Antrag eingereicht hatte, darin auch ein explizites Gesetz gefordert, «das die Bepreisung von Dienstleistungen mittelbar und unmittelbar aufgrund des Geschlechts verbietet und zu geschlechtsunabhängigen Preisen verpflichtet». Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sei bereits die gesetzliche Grundlage, sie werde nur nicht immer befolgt, erklärte ein Sprecher. Daher sei der Antrag geändert worden.

Unter anderem beschlossen die Jungliberalen, die sich als «Vorfeldorganisation der Freien Demokraten Baden-Württemberg» bezeichnen, zudem einen Antrag gegen eine Oberkörperbedeckungspflicht für Frauen beim Baden: «Free the nipples: Für ein Ende von Kleiderordnung und Ungleichbehandlung im Schwimmbad». «Solche Regelungen haben in einer liberalen und gleichberechtigten Gesellschaft nichts zu suchen», so Kristmann. «Oftmals wird in dieser Diskussion das Argument des «sekundären Geschlechtsmerkmals» genannt. Das ist absurd: Auch der männliche Bart ist ein solches Merkmal und trotz dessen muss er im Schwimmbad nicht bedeckt werden.»