Baden-Württemberg

G wie Gammesfeld: Deutschlands wohl kleinste Bank

Bankleiter Peter Breiter arbeitet in seinem Büro
Peter Breiter, Leiter der Raiffeisenbank Gammesfeld, arbeitet in seinem Büro. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © Marijan Murat

Blaufelden (dpa/lsw) - Die Raiffeisenbank Gammesfeld hat einen einzigen Mitarbeiter: Peter Breiter leitet seit zwölf Jahren die wohl kleinste Bank Deutschlands mit Sitz in Gammesfeld, einem Teilort der Gemeinde Blaufelden (Kreis Schwäbisch Hall). Der 48 Jahre alte Betriebswirt ist Bankdirektor und auch für alles andere zuständig.

«Wir machen keine Werbung. Das macht keinen Sinn», sagt er. Kunde könne nur werden, wer in dem 500 Einwohner zählendem Ort wohne. Der Kunde müsse persönlich bekannt sein. Und auch nur für solche gebe es Kredite, wie etwa für den Hausbau oder Autokauf.

Die Genossenschaftsbank mit einer Bilanzsumme von zuletzt 35,3 Millionen Euro ist ein Unikum in der Finanzwelt: Sie bietet nur Girokonto, Sparbuch und Darlehen an - gebührenfrei. «Online-Banking gibt es nicht», sagt der hauptamtliche Vorstand, der auch die Buchhaltung macht und jeden einzelnen Kontoauszug schreibt. Eine Anbindung an ein Rechzentrum bestehe auch nicht. Überweisungen der Kunden werden zweimal pro Woche per Post an den Dienstleister verschickt.

Weil vor Jahren eine Umstellung auf das gängige System für EC-Karten zu teuer gewesen wäre, musste das Plastikgeld in Gammesfeld wieder abgeschafft werden. «Deshalb gibt es weniger junge Kunden.» Für sie gehöre eine Debit-Karte einfach zum Bankangebot dazu.

Das stört Breiter aber nicht. Er glaubt fest daran, dass das 1890 gegründete Institut noch lange bestehen wird. Ihm macht aber die zunehmende Regulierungswut Sorgen. Pro Jahr mache er 120 Meldungen an die Aufsicht.