Baden-Württemberg

Gelingt Einigung im Mannheimer Hess-Prozess?

Eine Statue mit verbundenen Augen am Eingang eines Gerichts
Eine Statue der Justitia mit verbundenen Augen am Eingang eines Gerichts. Foto: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild © Fabian Sommer

Mannheim (dpa/lsw) - Im Prozess um Unregelmäßigkeiten bei der ehemaligen Leuchtmittelfirma Hess AG soll am heutigen Mittwoch weiter an einer Verständigung gefeilt werden. Knackpunkt war zuletzt das Strafmaß für die beiden ehemaligen Chefs, denen vor dem Landgericht Mannheim unter anderem Marktmanipulation und Kreditbetrug vorgeworfen wird. Die von ihm für seinen Mandanten ursprünglich angestrebte Geldstrafe sei den Richtern zu wenig, hatte der Anwalt eines Angeklagten gesagt. Eine Freiheitsstrafe von sieben bis elf Monaten zur Bewährung, wie sie sich das Gericht vorstelle, sei ihm allerdings zu hoch. Er visiere sechs Monate Bewährungsstrafe an.

Für den zweiten Angeklagten werde es wohl etwas höhere Strafen geben als für seinen Mandanten. Auch nach einer Verständigung werde weiterverhandelt, sagte der Verteidiger. Am Ende könnte das Gericht die überwiegende Zahl der Anklagepunkte fallenlassen. Dafür werde sein Mandant einräumen, gegen Regeln verstoßen zu haben; er habe dies aber nicht gewollt, sondern billigend in Kauf genommen. Die höchste zur Bewährung auszusetzende Strafdauer beträgt zwei Jahre.

Die zwei Ex-Vorstände der Hess AG in Villingen-Schwenningen sollen 2011 und 2012 laut Anklage (Az: 25KLs 635 Js 1962/13) vor dem Börsengang Berichte über die Ertragslage des Konzerns geschönt haben. Die Vorwürfe lauten gemeinschaftliche Verletzung der Buchführungspflichten, Marktmanipulation, schwere Untreue, Kreditbetrug und unrichtige Darstellung nach dem Handelsgesetzbuch.

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