Tag der Arbeit

Gewerkschaften fordern Stärkung der Tarifbindung

Kai Burmeister
Kai Burmeister vom Deutschen Gewerkschaftsbund Baden-Württemberg, in Stuttgart © Bernd Weißbrod

Stuttgart/Ulm (dpa/lsw) - Die Gewerkschaften in Baden-Württemberg haben sich angesichts der Pandemie und des Ukraine-Kriegs für eine Stärkung der Tarifbindung ausgesprochen. Die Menschen bräuchten Sicherheit - besonders jetzt, da die sozialen und wirtschaftlichen Belastungen aus der Pandemie noch nicht verarbeitet und neue Belastungen wie rasant steigende Energiepreise hinzugekommen seien, sagte der Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Kai Burmeister, am Donnerstag in Stuttgart. Wenn Politiker von Einschränkungen und Wohlstandsverlusten sprechen, müsse das in den Ohren der Normal- und Geringverdienenden wie Hohn klingen, sagte Burmeister.

Der Anteil der Tarifbeschäftigten im Südwesten ist nach DGB-Angaben von 68 Prozent im Jahr 2000 auf 54 Prozent gesunken. Dabei gehe eine fehlende Tarifbindung mit schlechterer Bezahlung und mehr Arbeitszeit einher, teilte der DGB mit. Der Vereinigung der Gewerkschaften im Land fordert deshalb mit Blick auf den Tag der Arbeit am ersten Mai etwa auch die Landesregierung auf, keine öffentlichen Aufträge mehr an Unternehmen zu vergeben, die Dumpinglöhne zahlen, wie Burmeister sagte.

Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, veranstaltet der Gewerkschaftsbund den Angaben zufolge 47 Kundgebungen um den Tag der Arbeit in Baden-Württemberg, 38 davon am 1. Mai selbst. Die zentrale DGB-Veranstaltung mit dem Landesvorsitzenden Burmeister ist am Sonntag in Ulm.