Baden-Württemberg

Giftiger Schutt in Schwarzwald-Bach? Ermittlungen

Giftiger Schutt in Schwarzwald-Bach?
Mutmaßlich giftiger Bauschutt ist einen Hang herabgerutscht und hat eine Abbruchkante hinterlassen. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa © Philipp von Ditfurth

Kleines Wiesental (dpa/lsw) - Im Kleinen Wiesental im Schwarzwald ist laut Umweltschützern giftiger Bauschutt im Wald abgeladen worden und in einen Bach gelangt. Es gehe um große Massen Straßenaufbruch, darunter Plastik, Beton und teerhaltiges Material samt krebserregender Stoffe, sagte der ehemalige Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe, Dieter Berger, der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist hochgradig kontaminiert das Zeug, und es liegt hier überall im Wald herum.» Gefährlich seien dabei besonders sogenannte Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Zuvor hatte der SWR berichtet. Eine Bürgerinitiative hat nach Angaben des örtlichen Bürgermeisters Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen führt nach eigenen Angaben Vorermittlungen gegen Unbekannt durch.

Der Schutt stamme von Sanierungsarbeiten in der Gemeinde, sagte Berger. Es sei bekannt gewesen, dass darin kontaminiertes Material enthalten sei. Der Straßenaufbruch sei nicht recycelt worden und an mehreren Orten im streng geschützten Wald abgeladen worden, auch nahe einer Quelle samt Bachlauf. Wegen Schneeschmelze und Regen sei dort nun ein Teil der Böschung abgerutscht und damit der Schutt ins Wasser geraten. «Das Zeug ist so giftig, das kann lange im Wasser liegen und hört einfach nicht auf, giftig zu sein. Wir fordern, dass das Bachbett ausgeräumt wird.»

Der Bürgermeister im Kleinen Wiesental im Kreis Lörrach, Gerd Schönbett (parteilos), sieht die Verantwortung bei der Forstverwaltung und nicht bei sich. Ihm sei seinerzeit vom Förster zugesichert worden, dass das Material unbedenklich sei. Er gehe aber mittlerweile davon aus, dass der Schutt nicht sachgerecht getrennt worden sei. Außerdem habe es wohl handwerkliche Fehler bei der Aufschüttung gegeben, sonst wäre das Material nicht abgerutscht. Der zuständige Dezernatsleiter beim Landratsamt in Lörrach, Michael Kauffmann, sagte dem SWR, er gehe davon aus, dass das im Kleinen Wiesental verbaute Material unbedenklich sei, darauf wiesen Proben hin.

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