Bildung

Grüne: Lehrkräfte von nicht-pädagogischen Aufgaben entlasten

Schule
Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Grünen-Fraktion will Lehrkräfte im Land stärker von nicht-pädagogischen Aufgaben entlasten. Fraktionschef Andreas Schwarz schlug in der Ulmer «Südwest Presse» (Samstag) vor, zusätzliche Schulsozialarbeiter oder auch arbeitslose Künstlerinnen und Künstler einzustellen, die dann in multiprofessionellen Teams mitarbeiten könnten. Der Chef der großen Koalitionsfraktion will dafür einen Teil des Geldes einsetzen, das durch nicht besetzte Planstellen für Lehrkräfte gespart wird.

Hintergrund ist, dass jedes Jahr mehrere Hundert Planstellen freibleiben, weil Bewerberinnen und Bewerber fehlen. Nicht-pädagogische Aufgaben sind zum Beispiel Aktivitäten außerhalb des Unterrichts, psycho-soziale Betreuung von Kindern und Jugendlichen oder die Wartung von Computern.

Die Grünen regen zudem an, duale Studiengänge einzurichten, um mehr Quer- und Seiteneinsteiger für den Lehrerberuf zu gewinnen. Schwarz machte in der Zeitung aber auch deutlich, dass man kein frisches Geld einsetzen könne. Zwar stiegen absehbar die Schülerzahlen und man müsse auch noch mehr für die Integration von behinderten Kindern und Jugendlichen tun. Zudem müssten Geflüchtete aus der Ukraine betreut und beschult werden.

Doch müsse man realistisch bleiben, weil die Steuereinnahmen wegen der Krisen wohl perspektivisch sinken werden. «Schon jetzt zeichnet sich für die nächsten Jahre ab: Wir können nicht all die Brötchen backen, die wir wollen.» Umso mehr müsse man überlegen, «an welchen Stellen vorhandene Ressourcen klug umgelenkt und effizient eingesetzt werden können».

«Dann machen Sie doch endlich», sagte der SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei. «Ich fordere Herrn Schwarz auf, unmittelbar für den nächsten Haushalt und bereits im Vorfeld konkrete Konzepte vorzulegen. Mehr Lehrkräftestellen, mehr Entlastung und eine sichergestellte Finanzierung.» Das Nein zum Ausbau der Reserve für die Krankheitsvertretungen zum Stopp der Entlassungen von angehenden Lehrern über die Sommerferien seien eine «Bankrotterklärung» gewesen.

Zuletzt hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vorgeschlagen, dass Lehrerinnen und Lehrer künftig etwas weniger in Teilzeit arbeiten könnten. Das Land prüfe wegen des Lehrermangels, ob Teilzeit-Lehrkräfte künftig etwas mehr arbeiten können. Von den Lehrerverbänden gab dafür heftige Kritik.