Agrar

Hauk befürchtet Ende von heimischem Schweinefleisch

Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU)
Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) nimmt an einer Landespressekonferenz teil. © Christian Johner

Stuttgart (dpa/lsw) - Kein Schweinefleisch mehr aus Baden-Württemberg - dies könnte nach Ansicht von Agrarminister Peter Hauk (CDU) in zehn Jahren Realität sein. Derzeit liege der Versorgungsgrad noch bei 40 Prozent, sagte Hauk im Interview der «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» am Dienstag. Auf die Frage, ob es in zehn Jahren vielleicht kein Schweinefleisch aus Baden-Württemberg mehr gebe, sagte er: «Das ist die Befürchtung, die ich habe.»

Länder wie Spanien und Polen rüsten laut Hauk bei Schweinehaltung massiv auf. Und selbst die Schweinehalter in Baden-Württemberg beziehen nach seinen Angaben 40 Prozent ihrer Ferkel aus dem Ausland. Meistens kämen die Tiere aus Dänemark. «Mir ist wichtig: lieber Qualität aus dem Land, als die Masse aus dem Ausland», sagte der Minister.

Um die heimische Schweinehaltung zu stärken, fordert Hauk lockerere Vorgaben für die Betriebe auf Bundesebene. Weil von Ställen typischerweise Lärm und Gerüche ausgehen, brauchen sie besondere Genehmigungen von den Behörden. Außerdem können sie nicht überall hingebaut werden und müssen Abstände zu Wohngebieten einhalten. Hauk bemängelt hier zu viel Regulierung und Bürokratie. «Das verstehe ich, wenn es um Wasser und Boden geht. Aber an Gerüchen ist noch keiner gestorben», sagte er. Kleinere Betriebe bräuchten mehr Freiheiten.