Verkehrsminister

Hermann: «Verbot des Verbrennungsmotors wird nicht reichen»

Winfried Hermann
Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann spricht bei einer Pressekonferenz in Stuttgart. © Bernd Weißbrod

Stuttgart (dpa/lsw) - Das vom EU-Parlament beschlossene Verbot von Verbrennermotoren geht dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann nicht weit genug. Der Beschluss des EU-Parlaments sei zwar «ambitioniert, notwendig und machbar», sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. «Klar ist aber auch: Ein Verbot des Verbrennungsmotors wird nicht reichen.» Hermann forderte eine Verkehrswende. «Wenn jeder Verbrenner durch ein Elektroauto ersetzt wird, ist am Ende niemandem geholfen - am wenigsten der Umwelt.» Neben der E-Mobilität investiere man daher stark in den Umstieg auf Bus und Bahn sowie ins Radfahren.

Im Kampf für mehr Klimaschutz will das EU-Parlament den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 verbieten. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Mittwoch in Straßburg dafür, dass Hersteller ab Mitte des nächsten Jahrzehnts nur noch Autos und Transporter auf den Markt bringen dürfen, die keine klimaschädlichen Treibhausgase ausstoßen. Bevor eine solche Regelung in Kraft treten kann, muss sich das Parlament darüber noch mit den EU-Staaten einig werden.

Hermann forderte den Regierungsrat der EU auf, den Beschluss zu bestätigen - und warnte davor, dass dieser «klimaschädlich verwässert» werde. Er forderte zudem einen raschen und konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien und der Ladeinfrastruktur.