Baden-Württemberg

Hoffenheim gegen Molde FK: Riesenfreude bei Nordtveit

Ein Fußball fliegt ins Netz
Ein Fußball fliegt ins Netz. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Symbolbild © Jan Woitas

Nyon/Zuzenhausen (dpa/lsw) - In der Europa League winkt die lösbare Aufgabe gegen Molde FK, doch die TSG 1899 Hoffenheim ist gerade viel mehr mit ihren Sorgen im Bundesliga-Alltag beschäftigt. Einen Tag nach der 1:4-Niederlage bei Bayer Leverkusen bekamen die Kraichgauer in Nyon/Schweiz den norwegischen Meister von 2019 als Gegner der ersten K.o.-Runde zugelost. Das löste bei TSG-Abwehrspezialist Havard Nordtveit, der auf seine Landsleute trifft, am Montag einen Jubelschrei aus: «Das ist ein kleiner Traum für mich. Ich kenne viele aus der Mannschaft und freue mich schon», sagte der 30-Jährige.

Auch für Alexander Rosen ist es eine besondere Konstellation: Der Sportchef spielte von 2006 bis 2007 bei Follo FK und arbeitete später im Management im norwegischen Profifußball. «Das ist ein starker Gegner in einem tollen kleinen Stadion», sagte Rosen. «Ich warne davor, den Gegner zu unterschätzen. Die sind robust, spielerisch stark und spielen auf Kunstrasen.»

Das Hinspiel in der Runde der letzten 32 Mannschaften findet am 18. Februar in Molde statt, das Rückspiel am 25. Februar in Sinsheim. Die Norweger belegen derzeit den zweiten Platz in der teilweise unterbrochenen und inzwischen fast beendeten Meisterschaft; als Titelgewinner steht FK Bodø/Glimt längst fest. In den Europa League-Vorrunde setzt sich Molde, wo einst der heutige Dortmunder Starstürmer Erling Haaland spielte, hinter dem FC Arsenal als Zweiter vor Rapid Wien und Dundalk FC durch.

Als ungeschlagener Gruppensieger überwintert Hoffenheim erstmals in einem europäischen Wettbewerb. In der Liga aber liegt die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß als Tabellenzwölfter weiter hinter den Erwartungen zurück - und hat nun am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) den Champions League-Achtelfinalisten RB Leipzig vor der Brust.

In Leverkusen zeigte sich, dass der 3:1-Erfolg gegen den FC Augsburg am vergangenen Montag nur ein «Strohfeuer blieb, das der neue Spitzenreiter Bayer Leverkusen am Sonntagabend erstickte», wie der «Kicker» schrieb. «Wir haben noch nicht die Stabilität, die uns Punkte gewährleistet. Das schaffen wir aktuell nicht», räumte Hoeneß ein.

Auch im elften Ligaspiel unter dem neuen Chefcoach schafften es die Hoffenheimer nicht, ohne Gegentreffer zu bleiben. So sprach Christoph Baumgartner von einem «extrem bitterer Abend», zumal die Stammkräfte Florian Grillitsch und Stefan Posch die Gelb-Rote Karte sahen. Dennis Geiger ist gegen Leipzig ohnehin noch gesperrt. Und nun droht auch noch Oliver Baumann Ungemach: Der Torhüter hat sich in Leverkusen am Sky-Mikrofon über Schiedsrichter Martin Petersen (Stuttgart) beklagt: «Es ist sehr bitter, gegen Zwölf gespielt zu haben.» Deshalb ermittelt nun der Kontrollausschuss des DFB.

Im letzten Liga-Spiel des Jahres hat die TSG am Samstag bei Borussia Mönchengladbach ein weiteres Spitzenteam vor sich, ehe es zwei Tage vor Heiligabend noch im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth ums Weiterkommen geht. Mit der Europa League beschäftigt sich die Mannschaft deshalb erst wieder 2021 eingehend.