Baden-Württemberg

Hoffenheim hat fast wieder so viel Spaß wie Freiburg

Fußball
Zwei Fußballspieler kämpfen um den Ball. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild © Uli Deck

Sinsheim/Freiburg (dpa/lsw) - Sebastian Hoeneß genießt sichtlich die kleine Erfolgswelle, auf der die TSG 1899 Hoffenheim derzeit unterwegs ist. «Wir haben ein Derby, ein Spitzenspiel, Nordbaden gegen Südbaden - Platz vier gegen Platz fünf.» Das sei doch eine «gute Story», sagte der Trainer der Kraichgauer zwei Tage vor der Partie beim SC Freiburg an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky). «Sehr spannend», «richtig attraktiv» und «ereignisreich» dürfte sie werden, sagte sein Freiburger Pendant Christian Streich. Dass sie sich am 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga in dieser Tabellenregion treffen würden, hätten vor der Saison wohl beide Clubs nicht erwartet.

Die Freiburger zumindest waren im Laufe dieser Spielzeit schon vorher immer Gesprächsthema. Erst, weil sie zehn Partien gar nicht verloren und dann gleich dreimal in Serie. Und jüngst, weil sie mit dem 6:0 bei Borussia Mönchengladbach am vergangenen Sonntag den höchsten Erfolg ihrer Bundesliga-Historie feierten. Die Hoffenheimer hingegen haben sich fast schon heimlich ins obere Drittel geschoben. Drei Siege nacheinander gelangen ihnen zuletzt - ihre beste Serie in den bisherigen knapp eineinhalb Jahren unter der Führung von Hoeneß.

«Die letzte Saison war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich und geprägt von Rückschlägen», sagte der 39-Jährige und verwies auf die vielen Verletzungs- und Krankheitsfälle, mit denen sich die TSG hatte herumschlagen müssen. Nun sei wieder «eine gewisse Kontinuität und Stabilität erkennbar». Und deshalb vielleicht auch wieder mehr als der elfte Platz aus der Vorsaison möglich. Auch Mäzen Dietmar Hopp würde die Hoffenheimer ja gerne wieder dauerhaft weiter oben sehen.

Mit erfrischendem Offensivfußball hatten sie in ihrer ersten Saison nach dem Bundesliga-Aufstieg 2008/09 für Furore gesorgt. Unter Ex-Trainer Julian Nagelsmann qualifizierten sie sich 2018 sogar für die Champions League. Zuletzt war vom einstigen Hype nur noch wenig zu spüren, die Arena auch in Zeiten der erlaubten Teilzulassung von Zuschauern nur spärlich gefüllt. Nun will die TSG neue Begeisterung entfachen. Ein Sieg in Freiburg würde Hoeneß, der endlich mal nicht mehr nur als Krisenmanager gefragt ist, und seinem Team dabei helfen. «Sie sind richtig gut drauf, es wird ein total schwieriges Spiel», warnte sein Gegenüber Streich daher. «Aber wir sind auch gut drauf.»

Die Breisgauer werden schon seit Jahren von allen Seiten dafür gelobt, dass sie aus verhältnismäßig kleinen finanziellen Mitteln sportlich durchaus beachtliche Erfolge generieren. Nach ihrem starken Saisonstart hingen sie zuletzt durch, schlugen in Gladbach dann aber umso eindrucksvoller zurück. Entsprechend selbstbewusst wirken sie. «Wir spielen bisher eine richtig gute Saison und haben unsere Spiele nicht durch Glück gewonnen», sagte Philipp Lienhart. Er ist Teil der mit gerade mal 13 Gegentoren besten Abwehr der Liga - und mit vier eigenen Treffern auch noch ihr aktuell torgefährlichster Verteidiger.

Die Standardspezialisten aus Freiburg um den Ex-Hoffenheimer Vincenzo Grifo, die in Gladbach zuletzt gleich viermal nach ruhendem Ball trafen. Der frühere SC- und heutige TSG-Keeper Oliver Baumann, der seinen Vertrag bis 2024 verlängert hat, und sich nun auf die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte freut. Das Duell bietet viel, wahrlich viel Stoff für die «gute Story», die Hoeneß am Samstag erwartet.

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