Baden-Württemberg

Hoffenheimer Duell mit Ex-Trainer: Hoeneß fordert Nagelsmann

1899 Hoffenheim - FC Augsburg
Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild © Uwe Anspach

Zuzenhausen/Leipzig (dpa/lsw) - Ein Wiedersehen mit Julian Nagelsmann ist für die TSG 1899 Hoffenheim immer noch etwas Besonderes - könnte aber erneut ein zweifelhaftes Vergnügen werden. Der einstige Erfolgscoach der TSG kommt als Champions League-Achtelfinalist und Titelanwärter zum Bundesliga-Duell am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) nach Sinsheim. Ein paar aufmunternde Worte für die derzeit schwächelnden Hoffenheimer hat der 33-Jährige schon vorab übrig: «Im Verhältnis zur Spielweise haben sie zu wenig Punkte. Sie werden sicher in die Spur kommen und eine gute Saison spielen.»

Die TSG ist derzeit in der Liga nur Mittelmaß, kassierte zuletzt ein 1:4 bei Bayer Leverkusen und muss auch noch auf einige Stammkräfte verzichten. Dennoch lobte Nagelsmann seinen Kollegen Sebastian Hoeneß, der mit seiner zurückhaltenden Art in der Öffentlichkeit so ganz das Gegenteil des wortgewaltigen Leipziger Chefcoaches ist: «Sie haben Grundordnungswechsel innerhalb eines Spiels und sehr gute Ideen auf spezifische Gegner. Das sieht man nicht bei allen Teams. Er leistet herausragende Arbeit.»

Nagelsmann und Hoeneß haben sich bei der Trauerfeier für Hoffenheims Clubpräsident Peter Hofmann im September kennengelernt. «Da hatten wir einen sehr angenehmen Austausch. Wir haben uns ganz gut verstanden», erzählte Hoeneß bei der Pressekonferenz am Dienstag und gab das Kompliment natürlich gerne zurück: «Er steht einfach für Erfolg, auch jetzt bei RB. Er schafft es, mit seinen Teams sehr facettenreich zu spielen.»

Während der 33 Jahre junge Nagelsmann von 2016 bis 2019 in Hoffenheim zu einem der begehrtesten Coaches im Profigeschäft aufstieg, arbeitete der fünf Jahre ältere Hoeneß von 2014 bis 2017 im Nachwuchsbereich der Leipziger. Die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte sieht Nagelsmann ziemlich emotionslos. «Auf mich hat das keine Auswirkungen. Wir werden versuchen, auch das dritte Aufeinandertreffen für uns zu entscheiden und werden Vollgas geben», sagte er.

Die Hoeneß-Mannschaft überzeugte zwar als Gruppensieger in der Europa League und trifft dort in der ersten K.o.-Runde im Februar auf Moldde FK aus Norwegen, hat aber in der Liga nach vielen coronabedingten Ausfällen im November einfach keinen Lauf.

In elf Punktspielen unter dem neuen Chefcoach schafften es die Hoffenheimer noch nicht, ohne Gegentreffer zu bleiben. Die Defensivabteilung ist personell mehr denn je gebeutelt: Neben den Langzeitverletzten Benjamin Hübner und Ermin Bicakcic fehlt nun auch noch Stefan Posch, der in Leverkusen ebenso wie die starke Stammkraft Florian Grillitsch die Gelb-Rote Karte sah. Zudem sitzt U21-Nationalspieler Dennis Geiger noch seine Rotsperre ab.

Sorge, dass seine Mannschaft nach den Spielen gegen Leipzig und am Samstag bei Borussia Mönchengladbach in eine gefährliche Tabellenregion abrutscht, hat Hoeneß nach eigenem Bekunden nicht. «Wir waren und sind auf einem guten Weg», sagte er.