Baden-Württemberg

Hugo Boss will zu Wachstum zurückkehren

Schriftzug "Hugo Boss"
Der Schriftzug vom Mode-und Bekleidungshaus Hugo Boss ist an einem Gebäude zu sehen. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © Jens Kalaene

Metzingen (dpa) - Der Modekonzern Hugo Boss will 2021 die Corona-Delle hinter sich lassen. Dabei setzt Finanzchef und Vorstandssprecher Yves Müller auf den durch die Pandemie beschleunigten Trend zu lässigerer Kleidung. Der eigene Onlinehandel soll ebenfalls ausgebaut werden.

Eine konkrete Prognose blieb der Manager am Donnerstag in Metzingen anlässlich einer Telefonkonferenz zwar schuldig. Der operative Gewinn und der Überschuss sollen aber deutlich zulegen. Von der Politik vermisst er eine Öffnungsperspektive für den Handel.

Die durch das Corona-Virus ausgelösten Beschränkungen ließen Hugo Boss im vergangenen Jahr in die Verlustzone rutschen. Der Modekonzern verbuchte unter dem Strich einen Verlust von 219 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 205 Millionen ein Jahr zuvor. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel ein Verlust von 236 Millionen Euro an, nach einem Plus von 344 Millionen im Jahr 2019. Der Umsatz sank um ein Drittel auf 1,95 Milliarden Euro.

Die Corona-Pandemie dürfte das erste Quartal 2021 noch deutlich beeinträchtigen. So seien in Europa rund 50 Prozent der Geschäfte geschlossen. Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich das Geschäft jedoch spürbar erholen, hofft Müller mit Blick auf fortschreitende Impferfolge und sich daraus ergebenden Lockerungen von Beschränkungen des öffentlichen Lebens.

Hugo Boss will daher das Geschäft mit lässiger und sportlicher Mode ausbauen. Der klassische Anzug, mit dem viele Hugo Boss in Verbindung bringen, macht inzwischen weniger als ein Fünftel des Umsatzes aus. Die Pandemie beschleunigt dabei die Entwicklung - nicht nur durch die Arbeit im Homeoffice, sondern auch durch den Wegfall festlicher Anlässe wie zum Beispiel Hochzeiten.

Im wichtigen US-Markt, in dem Hugo Boss derzeit noch stark mit den Klassikern vertreten ist, will Vorstandssprecher Müller nun die Produktpalette umstellen, um dort das Geschäft anzukurbeln. Dabei verspricht er sich viel von einer neuen Kooperation mit der US-Basketball-Liga NBA.

Auch das vergleichsweise kleine Onlinegeschäft soll weiter ausgebaut werden. Im laufenden Jahr soll die Umsatzmarke von 300 Millionen Euro geknackt werden, für 2022 hat Müller einen Anstieg auf 400 Millionen in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen mit rund 220 Millionen Euro den Anteil am Gesamtumsatz auf 11 Prozent steigern und damit mehr als verdoppeln.

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