Baden-Württemberg

ICE-Trasse Frankfurt-Mannheim: Züge halten auch in Darmstadt

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Ein ICE fährt in einen Bahnhof. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild © Daniel Reinhardt

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die geplante neue ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim soll über Darmstadt führen und weitgehend parallel zu den Autobahnen 5 und 67 verlaufen. Zwischen dem südhessischen Lorsch und Mannheim sollen die Züge auf dem Großteil der Strecke durch Tunnel fahren, wie die Bahn am Freitagabend mitteilte. Diese Variante schütze Anwohner am besten vor Lärm und binde Darmstadt vollständig an das Personenverkehrsnetz an.

Die neue ICE-Strecke soll die bisherigen Trassen entlasten und zugleich für eine schnellere Verbindung zwischen den Regionen um Frankfurt und Mannheim sorgen. Die Fahrzeit zwischen den Hauptbahnhöfen der beiden Städte soll um etwa ein Viertel auf knapp eine halbe Stunde sinken. Mehrere Jahre lang waren laut Bahn mehr als 30 verschiedene Varianten diskutiert worden.

Im kommenden Sommer solle das Baugenehmigungsverfahren für den ersten Abschnitt der Strecke zwischen Zeppelinheim (Kreis Offenbach) und Darmstadt-Nord starten.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sagte: «Die Neubaustrecke entlastet mit dem Knoten Frankfurt einen der größten Engpässe des Bahnverkehrs in Deutschland, schafft Kapazität für den Nah- und Fernverkehr und sichert gleichzeitig die Anbindung von Darmstadt.» Zugleich gebe es mehr Platz für Güterzüge, die nachts die Strecke nutzen sollen.

Sein Amts- und Parteikollege aus Baden-Württemberg, Winfried Hermann, betonte: «Unsere Straßen sind voll, und auch die Schienen haben kaum noch freie Kapazitäten. Nur mit dem konsequenten zügigen Aus- und Neubau der Schiene kann die aus Klimaschutzgründen dringend notwendige Verkehrswende gelingen.»

Die Neubaustrecke verlaufe von Zeppelinheim bis Lorsch entlang der Autobahnen 5 und 67 und bündele damit zwei Infrastrukturen, erläuterte die Bahn. «Hinzu kommt, dass der Bau der Neubaustrecke mit dem Ausbau der A67 im Bereich Darmstadt bis Lorsch kombiniert wird, um bauliche Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten.»

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) teilte mit: «Nach fast zwanzigjährigem Ringen ist nun der Weg geebnet für den Anschluss Darmstadts an das europäische Schnellbahnnetz - darüber freue ich mich sehr.» Bei der gewählten Streckenvariante handele es sich um eine Lösung mit enormem Potenzial - für Darmstadt und die Region.

Kritik kam vom Fahrgastverband Pro Bahn. Die Vorzugstrasse begünstige den rein auf Wirtschaftsinteressen beruhenden Trend, nur die ganz großen Metropolen miteinander verbinden zu wollen, anstatt ein Verkehrsmittel für alle Bürger zu schaffen, teilte der Verband mit.