Baden-Württemberg

IG Metall büßt in der Corona-Krise Mitglieder ein

Das Logo der IG Metall
Das Logo der IG Metall. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild © Daniel Karmann

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen sich auch bei den Mitgliederzahlen der IG Metall bemerkbar und sorgen erstmals seit Jahren für einen Rückgang. «Wir haben ein leichtes Mitglieder-Minus in diesem Jahr», sagte Bezirksleiter Roman Zitzelsberger der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf 2020, nannte allerdings keine Zahlen.

«Das macht uns natürlich Sorgen», sagte Zitzelsberger. «Es liegt aber eher an mangelndem Zuwachs, weil weniger Ansprache möglich ist, als daran, dass Menschen sich von uns abwenden», betonte er. «Wir haben eine Sondersituation. Aber wir spüren nicht, dass es eine Anti-Gewerkschafts-Stimmung gibt - ganz im Gegenteil.» Es gebe sehr viele Anfragen etwa von Beschäftigten, die plötzlich allein im Homeoffice säßen und Sorgen hätten und sich nicht wie üblich mit Kollegen auf dem Weg in die Mittagspause austauschen könnten.

Die Zahlen für 2020 will die IG Metall erst Ende Januar veröffentlichen. Ende 2019 hatte sie in Baden-Württemberg knapp 446 000 Mitglieder und damit laut damaligen Angaben zum neunten Mal in Folge einen Zuwachs erzielt.

Zitzelsberger verwies unter anderem darauf, dass es 2020 wegen Corona deutlich weniger Auszubildende und dual Studierende in den Betrieben gegeben habe - aus denen sich üblicherweise viel Nachwuchs rekrutiert. «Bei den Menschen, die vor Ort im Betrieb und nicht im Homeoffice sind, haben wir sogar mehr Zulauf. Aber die absolute Zahl ist natürlich geringer», sagte er.

Zitzelsberger rief die Betriebe in dem Zusammenhang dazu auf, die Ausbildungszahlen in der Krise nicht zu reduzieren, sondern mindestens zu halten. Es sei wichtig, dass die Menschen Arbeit hätten und die Unternehmen Fachkräfte. «Das wäre sonst der gleiche Effekt wie bei der großen Krise Anfang der 1990er-Jahre», sagte er. «Da hat man als allererstes massiv die Ausbildungsplätze runtergeschrubbt über mehrere Jahre, um dann zwei Jahrzehnte über das Thema Fachkräftemangel zu lamentieren.»