Baden-Württemberg

Illegal auf Bauwerke geklettert: Wohnung durchsucht

Polizei
Eine Polizistin steht vor einem Streifenwagen. Foto: David Inderlied/dpa/Illustration © David Inderlied

Ulm (dpa/lsw) - Weil er unerlaubt auf mehrere hohe Bauwerke geklettert sein soll, hat die Polizei die Wohnung eines 21-Jährigen aus dem Raum Ulm durchsucht. Bei dem jungen Mann soll es sich um einen sogenannten «Roofer» handeln, wie ein Sprecher der Polizei am Freitag mitteilte. So werden Menschen bezeichnet, die ungesichert auf hohe Bauwerke klettern.

Der junge Mann steht demnach im Verdacht auf einen Turm, ein Windrad, einen Kran und weitere Bauwerke geklettert zu sein. Videos davon habe er im Internet veröffentlicht, so der Sprecher. Weil er dazu in den vergangenen Jahren mehrere Gebäude aufgebrochen und sich dort unerlaubt aufgehalten haben soll, ermittelt die Polizei wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung.

Bei der Durchsuchung am Donnerstag fanden die Ermittler Hinweise auf weitere Straftaten in Deutschland und dem Ausland. Dabei soll der 21-Jährige sich etwa an eine fahrende Straßenbahn gehängt haben. Die Polizei ermittelt deshalb auch wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Es gebe jedoch bislang keine Hinweise darauf, dass der Verdächtige auf das Ulmer Münster geklettert sei, so der Sprecher.

Auf das Münster mit seinem höchsten Kirchturm der Welt waren zuvor mehrfach illegal «Roofer» aufgestiegen und hatten sich dabei auch gefilmt. Im September nahm die Polizei zwei damals 20 und 22 Jahre alte Männer fest, als sie vom Münster wieder abgestiegen waren.

Die Polizei weist daraufhin, dass das ungesicherte Klettern auf Bauwerken extrem gefährlich und die Überlebenschancen bei einem Sturz vergleichsweise gering seien. Man falle dabei fast immer ungebremst auf den Boden, hieß es. Anlass seien meist Nervenkitzel und scheinbare Anerkennung in den sozialen Medien.

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