Barmer

Immer mehr Menschen wegen Kopfschmerzen krankgeschrieben

Kopfschmerzen
Ein Mann hat Kopfschmerzen. © Andrea Warnecke

Stuttgart (dpa/lsw) - Immer mehr Menschen in Baden-Württemberg leiden nach Angaben der Barmer Krankenkasse unter so starken Kopfschmerzen, dass sie nicht mehr arbeiten können und krankgeschrieben werden. Im vergangenen Jahr galt dies für umgerechnet 1,5 von 100 baden-württembergischen Versicherten, wie aus dem aktuellen Barmer Gesundheitsreport 2022 hervorgeht. Im Jahr 2014 lag dieser Wert noch bei 0,9, wie die Kasse aus Anlass des Tages der Kopfschmerzen am 5. September mitteilte.

Am häufigsten leiden laut Report die 15- bis 19-Jährigen unter Kopfschmerzen. «Sie waren im vergangenen Jahr sechsmal häufiger krankgeschrieben als die Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen», sagte Barmer-Landesgeschäftsführer Winfried Plötze. Das sei umso bedenklicher, weil jüngere Menschen tendenziell gesünder seien und grundsätzlich seltener zum Arzt gingen. Gründe für die Schmerzen bei jüngeren Menschen sind nach früheren Barmer-Angaben vor allem Faktoren wie Stress, Ängste und Sorgen.

«Die nackten Zahlen vermitteln vielleicht, dass das Ganze eher lapidar ist», sagte Plötze über die Daten aus allen Altersgruppen. «Aber sie zeigen einen klaren Trend, und der geht nach oben.» Die Dunkelziffer sei sicher groß. Viele Menschen litten unter Kopfschmerzen und ließen sich damit nicht krankschreiben, sondern behandelten sich selbst. Dabei sei die Differenzierung der mehr als 200 bekannten Kopfschmerzarten auch mit Blick auf die Behandlung besonders wichtig.

Laut Barmer muss auch nicht immer gleich zum Arzneimittel gegriffen werden. «Entspannungstechniken, Sport und gesunde Lebensführung können den Betroffenen manches Medikament ersparen», sagte Plötze. Spannungskopfschmerzen würden häufig durch eine falsche Haltung etwa beim längeren Sitzen am Computer verursacht. «Regelmäßiges Dehnen, Aufstehen vom Schreibtisch und Sport können helfen», sagte der Barmer-Landeschef. Bei Migräne habe Ausdauersport nachweislich die gleiche Wirkung wie die vorsorgliche Einnahme von Schmerzmedikamenten.

Für den Gesundheitsreport hat die Barmer die Daten von mehr als 336.000 Versicherten in Baden-Württemberg im Alter von 15 bis 64 Jahren ausgewertet.