Baden-Württemberg

Impfzentren droht Engpass für Erstimpfungen

Corona-Impfung
Eine Corona-Impfung wird vorbereitet. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn/Archivbild © Patrick Pleul

Ulm (dpa/lsw) - Den Impfzentren im Land droht in der kommenden Woche ein Impfstoff-Engpass. Termine für Zweitimpfungen gegen das Coronavirus könnten zwar gewährleistet werden, sagte Sozialminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag. Für die Erstimpfungen in der nächsten Woche zeichne sich aber ein Engpass ab. In einigen Impfzentren könnte das auch dazu führen, dass Termine für die erste Impfung abgesagt werden müssten, ergänzte ein Sprecher des Ministeriums. Grund sei, dass die vom Bund in Aussicht gestellten Mehrlieferungen nicht in den Impfzentren ankommen.

Für das Impfzentrum Ulm und andere Impfzentren mit ähnlicher Situation im Land sei aber vorerst eine Lösung gefunden worden, wie es weiter hieß. So bekomme Ulm gut 3000 zusätzliche Impfdosen. «Diese stammen aus Impfzentren mit Rücklagen und werden am 6./7. Mai ausgeliefert.»

Wie es kommende Woche dann genau weitergeht, war zunächst nicht klar. Ein Sprecher des Impfzentrums Ulm sagte der Mitteilung zufolge: «Die schnelle und pragmatische Unterstützung des Ministeriums hilft kurzfristig. Aber langfristig bleibt es dabei: Wir könnten deutlich mehr verimpfen.»

Der Medizinische Leiter des Impfzentrums Ulm, Bernd Kühlmuß, hatte zuvor gewarnt, dass am Freitag der Impfstoff von Astrazeneca ausgehe und nach dem Wochenende der von Biontech und Moderna. Dann müssten Tausende Impftermine abgesagt werden.

Erst vor einigen Tagen habe man erfahren, dass nur noch 12 000 statt wie bisher 24 000 Dosen pro Woche geliefert werden. Impftermine würden aber immer mit Vorlauf vergeben. «Hätten wir das früher gewusst, hätte wir nicht so viele Termine eingestellt», sagte er.

«Die Serie der Impf-Ärgernisse reißt einfach nicht ab», sagte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion im Landtag, Jochen Haußmann. Es sei völlig unerheblich, ob es sich um Erst- oder Zweitimpfungen handelt. «Minister Lucha muss sich einmal mehr fragen lassen, ob sein Impf-Management richtig ist.»

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