Baden-Württemberg

In Gala-Form: Grifo auf Rekordjagd und Sprung zur EM

Vincenzo Grifo
Freiburgs Vincenzo Grifo gibt die Richtung vor. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © Tom Weller

Freiburg (dpa/lsw) - Sein doppelter Europa-Traum lebt weiter. Am Montag wurde Vincenzo Grifo für das Testspiel der italienischen Fußball-Nationalmannschaft am 28. Mai gegen San Marino nominiert. Seine Chancen, auch bei der anschließenden Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli) dabei zu sein, dürften also nicht schlecht stehen. Und am kommenden Samstag kämpft der Offensivmann mit dem SC Freiburg bei Eintracht Frankfurt um den Einzug in die neue Conference League.

Gewinnen die Badener bei den Hessen und patzen die drei Teams, die in der Tabelle direkt vor ihnen stehen, können sie den siebten Platz, der in die Qualifikation des neuen europäischen Wettbewerbs führt, am letzten Spieltag noch erreichen. Es wäre die Krönung einer wieder mal starken Saison des Sport-Clubs - und auch ein Verdienst Grifos. Auf 19 Torbeteiligungen kommt er in dieser Spielzeit schon. Mehr schaffte für Freiburg seit Beginn der detaillierten Datenerfassung in der Bundesliga nur Papiss Demba Cissé (22 Scorerpunkte) vor zehn Jahren.

«Er hat eine sehr gute Entwicklung gemacht in den letzten Jahren - auch von der Persönlichkeit her», sagte SC-Trainer Christian Streich unlängst über Grifo. «Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Er ist richtig reif geworden und hilft der Mannschaft extrem.» Wie beim 2:2 gegen den FC Bayern München vergangenen Samstag, bei dem er beide Tore des SC vorbereitete. «Für mich persönlich passt es einfach», sagte der 28-Jährige der ARD nach dem Remis über seinen aktuellen Höhenflug. «Ich bin natürlich zufrieden, dass ich dem Team so helfen kann.»

Nachdem er im ersten Jahresdrittel einen Durchhänger und sich Ende März dann auch noch mit dem Coronavirus infiziert hatte, drehte Grifo zuletzt wieder richtig auf und kam alleine in den vergangenen vier Partien auf zwei Tore und vier Vorlagen. Es wäre kaum nachvollziehbar, würde Nationaltrainer Roberto Mancini auf einen Grifo in dieser Form bei der EM verzichten.

Für das Heimatland seiner Eltern zu spielen war für den in Pforzheim geborenen Grifo seit jeher das ganz große Ziel. Bei seinem Debüt für die Squadra Azzurra im Testspiel gegen die USA im November 2018 trug er dann sogar gleich die prestigeträchtige Rückennummer 10. «Als kleiner Junge hatte ich nur die gefälschten Italien-Trikots vom Markt in Sizilien, mein erstes war von Andrea Pirlo oder Bobo Vieri», sagte Grifo einmal dem «Tagesspiegel». «Jetzt hängt mein eigenes Trikot bei mir im Flur.» Und bei der EM dann wohl auch wieder in der Kabine.

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