Baden-Württemberg

IOC nominiert Flüchtlingsteam am 8. Juni

Flagge mit den Olympischen Ringen
Eine Fahne mit der Flagge Japans und den Olympischen Ringen weht auf einem Mast in Tokio. Foto: Stanislav Kogiku/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa/Archivbild © Stanislav Kogiku

Lausanne/Berlin (dpa) - Das zweite Flüchtlingsteam in der Geschichte Olympischer Spiele wird am 8. Juni nominiert. Unter den bislang 56 Kandidaten wählt das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Mitglieder für das Refugee Olympic Team aus, das in Tokio an den Start gehen soll. Das teilte das IOC auf dpa-Anfrage mit. Die Sommerspiele sollen am 23. Juli eröffnet werden.

Aufgrund der politischen Situation in vielen Krisenländern hatte das IOC entschieden, erstmals für 2016 ein Flüchtlingsteam zu nominieren. In Rio de Janeiro waren zehn Sportlerinnen bzw. Sportler - Flüchtlinge aus vier Ländern - in drei Sportarten gestartet; das Refugee Team trat unter der olympischen Flagge an. Alle Mitglieder erhalten ein IOC-Stipendium.

Sechs der Kandidaten leben und trainieren derzeit in Deutschland. Gute Aussichten auf einen Japan-Start hat der Kanu-Rennsportler Saeid Fazloula. «Er ist ein heißer Kandidat für Tokio», sagte Thomas Konietzko, DKV-Präsident und Vizepräsident des Weltverbandes ICF, der dpa. Der 28 Jahre alte Iraner Fazloula war 2015 nach Deutschland geflüchtet. Fazloula fand bei den Rheinbrüdern Karlsruhe eine neue sportliche Heimat und erhielt das nationale Startrecht.

Zum Flüchtlingsteam für Rio gehörte vor fünf Jahren auch die Schwimmerin Yusra Mardini aus Syrien. Die damals 18-Jährige hatte beim Berliner Verein Wasserfreunde Spandau eine neue sportliche Heimat gefunden. Sie war aus Damaskus geflüchtet und hatte gemeinsam mit ihrer Schwester ein gekentertes Boot mehrere Stunden lang bis ans rettende Ufer gezogen.

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