Kraftstoff

IW-Analyse: Spritsteuersenkung hatte weniger Effekt

Senkung der Kraftstoffsteuern – Stuttgart
Preise für Kraftstoff werden an einer Anzeigentafel einer Tankstelle angezeigt. © Bernd Weißbrod

Stuttgart/Köln (dpa/lsw) - Die Senkung der Steuern auf Kraftstoffe hat die Spritpreise in Baden-Württemberg weniger stark sinken lassen als in fast allen anderen Bundesländern. In einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ergeben sich für den Südwesten sowohl für Superbenzin der Sorte E10 als auch für Diesel mit die niedrigsten Rückgänge der Tagesdurchschnittspreise von Dienstag auf Donnerstag.

Konkret ermittelte das IW für Baden-Württemberg ein Minus von 23,1 Cent bei E10 und 8,0 Cent bei Diesel. Nur im Saarland hatte die Senkung einen noch geringeren Effekt. Am stärksten fiel der Tagesdurchschnittspreis für E10 in Sachsen mit 28,8 Cent pro Liter. Dahinter folgen Bremen mit 28,5 Cent, Thüringen mit 28,2 und Brandenburg mit 28,0. Der rechnerische Steuererlass für Benzin beträgt 35,2 Cent pro Liter.

Bei Diesel gab es das größte Minus mit 12,0 Cent in Bremen vor Schleswig-Holstein mit 11,4 und Mecklenburg-Vorpommern mit 10,3. Der Steuervorteil bei Diesel beträgt 16,7 Cent.

Wegen der hohen Spritpreise hatte der Bund zum Monatsanfang am Mittwoch bis Ende August die Steuer auf Kraftstoffe gesenkt. Die Energiesteuer fällt nicht erst beim Tanken an, sondern in Raffinerien und Tanklagern. Tankstellen haben also unter Umständen noch Lagerbestände, für die eine höhere Steuer fällig wurde. Für die Mineralölkonzerne besteht allerdings keine Pflicht, die Steuersenkung an die Kunden weiterzugeben.

Woher die Unterschiede zwischen den Ländern kommen, sei nicht klar, sagte IW-Experte Thomas Puls. «Es sieht aber danach aus, dass es eine Rolle spielt, aus welcher Raffinerie die Tankstellen beliefert werden.» Zudem gebe es auch große Unterschiede zwischen den einzelnen Tankstellen. Insgesamt komme die Senkung im Norden stärker an als im Süden.