Baden-Württemberg

Küchengerätehersteller WMF: Kein weiterer Stellenabbau

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Eine Flagge weht am Stammsitz des Haushaltswarenherstellers WMF. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild © Daniel Bockwoldt

Geislingen (dpa/lsw) - Der Chef des Küchengeräteherstellers WMF, Oliver Kastalio, plant nach einem Bericht der «Stuttgarter Zeitung» und der «Stuttgarter Nachrichten» (Dienstag) derzeit keinen weiteren Stellenabbau. «Derzeit sind keine strukturellen Maßnahmen geplant, die zu einem weiteren Stellenabbau führen», sagte Kastalio. Die Stellen der 50 Mitarbeiter, für die im März ein Interessenausgleich geschlossen worden sei, fielen in der Verwaltung im Bereich der professionellen Kaffeemaschinen weg. In Geislingen (Kreis Göppingen) arbeiten dort 750 Mitarbeiter. «Uns geht es um schlankere Strukturen und schnellere Prozesse. Kaffee ist und bleibt ein globaler Trend, ein Wachstumsmarkt, auch wenn er derzeit von der Pandemie paralysiert wird», erklärte Kastalio.

Er verwies darauf, dass einige Kunden wegen der Pandemie Investitionen hintenan stellen. «Eine Kaffeemaschine kostet im professionellen Bereich bis zu 10 000 Euro und mehr. Wir mussten 2020 einen Rückgang des Kaffeegeschäfts um etwa ein Drittel hinnehmen. Das ist natürlich heftig. Aber das ist ein temporärer Effekt.» WMF stelle sich so auf, dass das Unternehmen nach der Pandemie schnell aus den Startlöchern kommen könne.

Der Personalabbau müsse auf ein Minimum reduziert und so sozial verträglich wie möglich sein, sagte Kastalio. «Wir haben ein attraktives Freiwilligenprogramm, Rentenbrücken und können eine Beschäftigungsgesellschaft anbieten. Wir wollen betriebsbedingte Kündigungen vermeiden und die Innovationskraft im Unternehmen halten.» Er sei froh, dass es in Deutschland die Möglichkeit der Kurzarbeit gebe. «Sonst wären wir gezwungen, mehr Arbeitsplätze abzubauen.» Im Moment seien etwa 20 Prozent der Mitarbeiter in Kurzarbeit. «In unseren WMF-Filialen waren es während des Lockdowns 100 Prozent.» Er sei überzeugt, dass das Geschäft wieder anziehen werde.

WMF gehört seit 2016 zur französischen Groupe SEB. Vom Umbauprogramm «Agenda 21» zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit fielen bei WMF zuletzt rund 400 Arbeitsplätze weg.

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