Forschung

Kakadus und Menschen streiten um Mülltonnen

Kakadu
Ein Kakadu schiebt einen Block, der auf einem Abfalleimer liegt. © Barbara Klump

Sydney/Konstanz (dpa) - Mülltonnen sind in Sydney zum Streitobjekt zwischen Kakadus und Anwohnern geworden. Die Gelbhaubenkakadus haben eine ausgefeilte Technik entwickelt, um die Deckel von Plastikmülltonnen mit Schnabel und Füßen zu öffnen, wie ein Forschungsteam um Barbara Klump vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz in der Fachzeitschrift «Current Biology» berichtet.

Weil sie beim Stöbern in den Tonnen Abfall in den Wohngebieten verteilen, versuchen die Anwohner die Vögel mit immer neuen Tricks abzuhalten. Bei einer Befragung gaben 61 Prozent von etwa 170 Teilnehmern an, mit der Zeit zu immer drastischeren Mitteln gegriffen zu haben - weil die Vögel jedes Mal ihrerseits mit neuen Ideen nachzogen. So schreckten auf den Tonnen platzierte Gummiattrappen von Schlangen die Kakadus bald nicht mehr, und auch schwere Objekte auf den Deckeln wie Steine hielten die Vögel nicht lange von ihrem Ziel ab.

«Steine schienen eine Zeit lang zu klappen, aber die Kakadus wurden zu schlau», wird ein Anwohner zitiert. Die Vögel wuchteten die Hindernisse mit Kopf oder Schnabel über den Rand des Deckels und verschafften sich so wieder freie Bahn. Die aktuellste - und noch wirkungsvolle - Idee des Menschen: Schuhe oder Plastikflaschen werden in die zwei Scharniere gesteckt, so dass sich die Deckel nicht mehr aufklappen lassen. Und um ganz sicherzugehen, befestigten manche Anwohner zudem schwere Objekte wie gefüllte Wasserflaschen mit Kabelbindern an den Deckeln.