Baden-Württemberg

Kampf gegen Fett im Abwasser: Mannheim will sensibilisieren

Abwasserdüker in Mannheim
Eine Mischung aus Fett, Sediment und Müll liegt in einem Abwasserrohr. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © Sebastian Gollnow

Mannheim (dpa/lsw) - In deutschen Städten landen immer mehr Fett, Essensreste und anderer Abfall in den Abwasserrohren. Die Mannheimer Stadtentwässerung macht jetzt auf daraus entstehende Probleme aufmerksam: Ablagerungen von erkaltetem Fett und anderen Abfällen können die Leitungen verstopfen. Hinzu kommen aggressive Säuren aus Fettablagerungen, die die Kanalrohre angreifen. Verursacher sind vor allem Restaurants und Imbissbuden. «Die haben entweder keinen Fettabscheider oder reinigen ihn nicht», sagte Abteilungsleiter Hartmut Schulz am Dienstag anlässlich der bevorstehenden Sanierung des größten Abwasserdükers der Stadt. Der einem großen Siphon vergleichbare Düker führt das Abwasser etwa acht Meter unter einer Altrheinsohle hindurch.

Die Stadt hat mehrere Hundert Restaurants und Imbissbuden angeschrieben und danach gefragt, ob sie Fettabscheider nutzen und diese auch reinigen. «Das ist ein erster Schritt», sagte Schulz. «Wir brauchen aber mehr Kontrollen.» Diese ließen sich etwa mit der Lebensmittelkontrolle verbinden. Die Stadt wendet sich mit dem Appell, die Toilette nicht als Mülleimer zu nutzen, auch an Privathaushalte.

Mannheim steht nicht allein da im Kampf gegen die unsachgemäße Entsorgung von Fetten und anderen Abfällen. «Das ist überall ein Thema», sagt Frank Bringewski von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA). Nach Ansicht des Verbandes machen Fette den Kommunen wegen geringerer Abwassermengen, verstärkter Geruchsbildung und Ablagerungen immer mehr zu schaffen.