Baden-Württemberg

Kind in Handschellen abgeführt? Staatsanwaltschaft ermittelt

Blaulicht Polizei
Das Blaulicht auf einem Polizeiauto. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/Symbolbild © Monika Skolimowska

Singen (dpa/lsw) - Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat nach Vorwürfen gegen die Polizei, ein Kind in Singen in Handschellen abgeführt zu haben, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. «Rassismus und diskriminierendes Verhalten haben in der Landespolizei Baden-Württemberg keinen Platz haben, daher gehen wir jedem einzelnen Verdachtsfall konsequent nach», teilte das Innenministerium am Donnerstag in Stuttgart mit. Die Staatsanwaltschaft Konstanz habe die Kriminalpolizeidirektion Rottweil mit Ermittlungen beauftragt.

Der Landesverband der Sinti und Roma Baden-Württemberg hatte den Beamten vorgeworfen, ein elf Jahre altes Kind ohne Grund in Singen (Kreis Konstanz) kontrolliert und in Handschellen abgeführt zu haben. Laut dem Verband soll der Junge nach seinen Personalien befragt und durchsucht worden sein. Seine Familie habe Strafanzeige unter anderem wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung und Körperverletzung im Amt erstattet, hatte ihr Anwalt mitgeteilt.

Ein Ministeriumssprecher bestätigte, dass es am 6. Februar in Singen zu einem Vorfall kam, bei dem ein Junge mit angelegten Handschellen zur Polizeidienststelle gebracht wurde. Wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens könnten aber keine genaueren Angaben zum Sachverhalt gemacht werden.

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