Baden-Württemberg

Kliniken schränken wegen Corona-Zahlen Besuche ein

Besuchsregeln wegen Corona
Ein Bett steht auf dem Flur eines Krankenhaus. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © Britta Pedersen

Sigmaringen/Reutlingen (dpa/lsw) - Wegen der steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen schränken erste Kliniken wieder Besuche ein. Damit solle verhindert werden, dass sich das Coronavirus weiter verbreite, teilten die SRH-Kliniken Sigmaringen mit. Zugleich solle das Risiko einer Ansteckung für Patienten und Mitarbeiter minimiert werden. Ausgenommen seien etwa Angehörige, die einen im Sterben liegenden Patienten besuchen wollten. Auch dürfe eine Person eine Schwangere bei der Geburt begleiten. Der Besucherstopp gilt an allen drei Standorten in Sigmaringen, Pfullendorf und Bad Saulgau.

Einen Riegel für Besucher schieben auch die Kreiskliniken Reutlingen an den Standorten Reutlingen, Münsingen und Bad Urach vor. Seit Dienstag dürfen Patienten an der Helios Rosmann Klinik in Breisach nur noch mit einer Sonderregelung in Ausnahmesituationen von einem Angehörigen besucht werden.

«Mir ist sehr bewusst, wie schwierig es ist, Menschen den Besuch bei kranken Angehörigen zu versagen. Wir ergreifen diese Maßnahmen, um unsere Patienten und Mitarbeiter vor einer Übertragung von Infektionskrankheiten so gut wie möglich zu schützen», erklärte Klinikgeschäftsführerin Beatrice Palausch. Sie wies zudem darauf hin, dass bei Erkältungssymptomen der Zutritt zu den Helios Kliniken in Breisach, Müllheim und Titisee-Neustadt nicht erlaubt sei. Betroffene sollten sich telefonisch beim Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst melden.

Eine landesweite Vorgabe zu Besucherstopps gibt es laut Sozialministerium nicht. Trotz steigender Infektionszahlen seien derzeit keine weitergehenden landesweiten Kontaktbeschränkungen über die bereits bestehenden hinaus für die Pflegeeinrichtungen angedacht, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag. Momentan seien grundsätzlich zwei Besucher pro Tag für jeden Pflegebedürftigen erlaubt.

Für eine landesweite Regelung ist die Lage im Land und in den Stadt- und Landkreisen nach Auskunft des Sozialministeriums trotz Ausrufung der Pandemiestufe drei zu heterogen. «In der jetzigen Phase der Pandemiebekämpfung geht es darum, regional durch die zuständigen Vor-Ort-Behörden auf das Pandemiegeschehen zu reagieren», sagte der Ministeriumssprecher. Die notwendigen Maßnahmen würden immer unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände des Einzelfalls getroffen.

Wie die Landrätin des Landkreises Sigmaringen mitteilte, gibt es im Kreis ein diffuses Infektionsgeschehen ohne Hotspots. «Mit einer Sieben-​Tage-Inzidenz von 22 und aktuell 40 Infizierten ist der Landkreis Sigmaringen aktuell weniger stark betroffen als andere Kreise in der Region», betonte Stefanie Bürkle. Doch schon in ein paar Tagen könne die Welt ganz anders aussehen. «Mit ein oder zwei großen Ausbruchsgeschehen sind wir rasch über der kritischen Inzidenzmarke.»

Bürkle betonte, dass eine Nachlässigkeit oder gar eine Ignoranz der Regeln zu massiven Einschränkungen im ganz persönlichen Umfeld führen könne: «Das kann über eine Schließung von Klassen, Schulen, oder anderen Einrichtungen, eine verschärfte Maskenpflicht bis hin zur Absage oder Einschränkung von Veranstaltungen gehen.» Sinkende Temperaturen und der Aufenthalt in geschlossenen und wenig gelüfteten Räumen böten beste Grundlagen zur Verbreitung von Erkältungskrankheiten. Das gelte auch für das Coronavirus, das sich in der Vergangenheit als außerordentlich infektiös gezeigt habe. Im Frühjahr war der Kreis Sigmaringen einer der am härtesten betroffenen Kreise.