Baden-Württemberg

Kliniken wollen Gleichbehandlung bei Corona-Hilfe des Bundes

Medizinisches Personal versorgt im Krankenhaus einen Patienten
Medizinisches Personal versorgt im Krankenhaus einen Patienten. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild © Sven Hoppe

Stuttgart (dpa/lsw) Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) mahnt Unterstützung für alle Kliniken in der Corona-Behandlung an. Der Bund habe in der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr allen Krankenhäusern einen Ausgleich für Einnahmeausfälle infolge von Covid-Fällen, die sogenannte Freihaltepauschale, gewährt, sagte BWKG-Chef Detlef Piepenburg am Donnerstag in Stuttgart. Die jetzt beschlossene Freihaltepauschale sei so ausgelegt, dass etwa die Hälfte der Krankenhäuser, die in der ersten Welle die Behandlung der Covid-19-Patienten übernommen hätten, leer ausgehen. Die Unterstützung ist der Gesellschaft zufolge nciht ausreichend. «Diese steuern auf Liquiditätsengpässe zu, wenn sie weiter Covid-Patienten behandeln», sagte BWKG-Geschäftsführer Matthias Einwag. Das Land oder die Träger müssten dann einspringen.

Seien in der ersten Welle noch 69 mit Corona-Prämien bedachte Kliniken unterstützt worden, seien es jetzt nur noch 28 - und das bei rasant steigenden Infektionszahlen, sagte Einwag. Das Signal sei, dass bei den anderen Häusern die Covid-Behandlung nicht gewollt sei. Trotzdem zögen sich noch keine Kliniken aus der Versorgung von Covid-19-Patienten zurück. Auch das eben angelaufene Patientenverteilsystem in sechs Versorgungsgebieten werde durch die restriktiv und viel zu bürokratisch gehandhabte Freihaltepauschale konterkariert.

Der BWKG zufolge werden fast 2300 Covid-19-Patienten in den baden-württembergischen Krankenhäusern behandelt. Mehr als 570 dieser Patienten werden intensivmedizinisch behandelt und rund 330 davon müssen beatmet werden. Piepenburg warnte: «Die jetzt vorgesehenen Krankenhäuser können es nicht alleine schaffen, die steigende Zahl an Covid-19-Patienten zu behandeln.»

Die BWKG ist ein Zusammenschluss von 466 Trägern mit 204 Krankenhäusern, 133 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie 669 Pflegeeinrichtungen.