Baden-Württemberg

Konzepte für Öffnung von Kitas und Grundschulen: Was gilt ab dem 29. Juni?

Kinderbetreuung
Symbolbild. © Pixabay

Am 29. Juni ist es so weit: Dann sollen die Grundschulen und die Kitas in Baden-Württemberg wieder vollständig öffnen. Wegen des Coronavirus gibt es aber strenge Vorgaben, wie Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Dienstag sagte.

Was gilt ab dem 29. Juni?

Grundsätzlich sollen alle Kinder wieder regelmäßig in die Kitas und in die Kindertagespflege gehen können. Zugleich können alle Kinder auch wieder die Grundschulen besuchen. Für die weiterführenden Schulen gibt es aber nach wie vor einen Unterricht im Schichtbetrieb - im Wechsel mit dem weiter laufenden Fernunterricht zu Hause.

Warum macht die Landesregierung das so?

Der Druck von Eltern, die ihre Kinder wieder in die Kitas und Schulen schicken wollen, ist immens. Zugleich ist das Coronavirus nicht weg. Eine vom Land in Auftrag gegebene Studie der Unikliniken im Südwesten zeigte aber, dass Kinder keine Treiber der Infektion sind. Untersucht wurden Kinder bis zehn Jahren und ihre Eltern. Eisenmann schließt aber auch nicht aus, dass Kitas und Grundschulen wieder geschlossen werden müssen, falls es Corona-Infektionsherde gibt.

Welche Regeln gelten dann in Grundschulen und Kitas?

Die ansonsten weiter vorgeschriebenen Abstandsgebote fallen für die Kinder nach der vollständigen Öffnung in Kitas und Grundschulen weg. Allerdings sollen Gruppen oder Klassen unter sich bleiben. Eltern müssen schriftlich versichern, dass ihre Kinder gesund sind.

Wie sieht dann der Unterricht in den Grundschulen aus?

Der Unterricht an den Grundschulen soll täglich zeitversetzt für die verschiedenen Klassen starten - auch Pause haben nicht alle zusammen. Schwerpunkte im Unterricht sollen Deutsch, Mathe und Sachkunde sein. Musik und Sport gibt es laut Kultusministerium in diesem Schuljahr definitiv nicht mehr. Schriftliche Leistungsfeststellungen soll es bis zum Beginn der Sommerferien Ende Juli ebenfalls nicht mehr geben.

Was ist, wenn Eltern Bedenken haben?

Die Schulpflicht gilt laut Eisenmann weiter nicht. Eltern können der Schule formlos mitteilen, wenn ihr Kind nicht am Präsenzunterricht teilnehmen soll. Fernunterricht soll möglich bleiben.

Was ist mit Lehrern und Erziehern, die um ihre Gesundheit fürchten?

Erzieher und Lehrer sollen regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Eine Teststrategie erarbeitet das Land gerade. Nach Eisenmanns Worten fehlen derzeit etwa 20 Prozent der Lehrer an den Schulen, weil sie sich zu Risikogruppen zählen. Bei den Kitas seien dies etwa 40 Prozent der Erzieher. Zumindest die Lehrer mit Vorerkrankungen müssen ab dem 29. Juni ein Attest vorlegen. Diese Lehrer sollen dann anderweitig helfen - etwa im Fernunterricht.

Welche organisatorischen Regeln gelten für die Kitas?

Kitas dürfen zeitlich befristet vom Mindestschlüssel, der für das eingesetzte Personal vorgesehen ist, abweichen und ausnahmsweise auf Kräfte zurückgreifen, die noch nicht die vorgesehene Ausbildung nachweisen können. Auch dürfen die Kinder in Räumen außerhalb der Kita betreut werden. Die Bildungsgewerkschaft GEW hält es für problematisch, dass Mindestanforderungen an die Betreuung der Kinder zeitweise gelockert werden sollen. Landeschefin Moritz mahnt: «Allen muss klar sein, dass mit weniger Personal und mehr Aufgaben die Qualität der Betreuung und Bildung stark beeinträchtigt sein wird.»