Baden-Württemberg

Kretschmann erklärt, warum Schulen und Kitas offen bleiben

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Symbolbild. © ZVW/Gaby Schneider

Dass Theater, Kinos oder Opernhäuser erneut schließen mussten und viele Künstler untätig sind, trifft viele sehr hart. „Es ist nicht so, dass wir das Kulturangebot nicht für wichtig erachten“, sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag (03.11.). Es ginge auch nicht darum, ob Hygienekonzepte der einzelnen Einrichtungen gut oder schlecht sind. Es gehe einzig darum, dass die Kontakte der Menschen untereinander so gering wie möglich gehalten werden sollen. Experten schlagen vor, dass die Kontakte um 75 Prozent reduziert werden sollen. „Daran haben wir uns versucht zu halten“, so Kretschmann.

Rein politische Entscheidung

Dass demnach die Schulen und Kitas geöffnet bleiben, sei keine epidemiologische Entscheidung, sondern eine rein politische. Mehr als eine Million Schüler gibt es in Baden-Württemberg, „das sind eine Million Kontakte“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Damit sollen Familien entlastet werden. Außerdem sei es so, erklärte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne), dass bisher Schulen und Kitas nicht als Ansteckungsherd in Augenschein getreten sind. Laut Kultusministerium wurden bisher 281 Klassen in Baden-Württemberg vorsorglich in Quarantäne geschickt. Drei Schulen von insgesamt 4500 Schulen im Land hat man vollständig geschlossen.

So viel Präsenzunterricht wie möglich 

Ziel sei es außerdem ein hohes Maß an Präsenzunterricht anbieten zu können. Deshalb habe man bisher von einem klassischen Wechselunterricht abgesehen, so Kretschmann.

Um die Ansteckungsgefahr in den Klassenzimmern so gering wie möglich zu halten, sei Stoßlüften laut Experten, ein „außerordentlich wirksames Mittel“, so Kretschammn. Das Einbauen von entsprechenden Lüftungsanlagen lasse sich hierdurch nicht schnell genug realisieren. Immerhin gebe es rund 67 000 Klassenzimmer in Baden-Württemberg.

„Ich bin der Meinung, dass wir zwar entschieden reagiert, dennoch aber maßvoll gehandelt haben“, so Kretschmann. Bürger haben weiterhin gewisse Freiheiten, es gibt keine Ausgangssperren. Menschen könnten sich nach wie vor mit bis zu zehn Personen aus zwei Haushalten im öffentlichen Raum treffen. „Von einem Lockdown zu sprechen, halte ich für abwegig“, betonte er.