Drosselungen

Kretschmann: «Große Sorgen» wegen Gas-Mangel in Betrieben

Ministerpräsident Kretschmann
Winfried Kretschmann spricht beim SWR Sommerinterview mit Moderatorin Stephanie Haiber (l). © Christoph Schmidt

Stuttgart (dpa/lsw) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann befürchtet wegen der Drosselung des russischen Gases «schwere Mangellagen» mit ernsten Folgen für die Wirtschaft im Südwesten. «Das macht mir schon große Sorgen», sagte Kretschmann am Mittwoch im SWR-Aktuell-Sommerinterview. Es sei in so einer Notlage die Aufgabe der Bundesnetzagentur zu entscheiden: «Wem stellt man zeitweise das Gas ab?» Das würden schwierige Entscheidungen. Kretschmann verwies darauf, dass 70 Prozent der Bäcker im Südwesten mit Gas backten. «Denen kann man nicht das Gas abdrehen», sagte der Regierungschef. Sonst gebe es kein Brot mehr.

Er rief Bürgerinnen und Bürger erneut dazu auf, beim Energiesparen zu helfen. Wenn man das Thermostat etwas herunterdrehe oder nachts die Heizung ausschalte, mindere das die Krise etwas. «Jeder einzelne ist gefordert», sagte Kretschmann. Der Ministerpräsident betonte, er tue im Land und im Bund alles dafür, damit die erneuerbaren Energien nun schneller ausgebaut würden. «Ich hoffe, dass ich schon laut genug bin.» Viele Bremsen für die Erneuerbaren würden jetzt gelöst. Deutschland müsse dringend unabhängiger werden von denen, «die uns dann am Seil runterlassen, wie der Putin das gerade macht».