Baden-Württemberg

Kretschmann will sich mit Astrazeneca impfen lassen

Winfried Kretschmann gestikuliert
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, gestikuliert. Foto: Marijan Murat/dpa © Marijan Murat

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach dem vorläufigen Stopp für den Impfstoff von Astrazeneca darf das Mittel ab sofort wieder gespritzt werden. Baden-Württemberg nimmt die Impfungen an diesem Freitag wieder auf. «Das gemeinsame Ziel des Landes und der Impfzentren ist es, möglichst viele Impfungen durchzuführen und einmal gebuchte Termine stattfinden zu lassen», sagte Gesundheitsminister Manne Lucha in Stuttgart. Die Impfzentren wurden gebeten, dies schon für diesen Freitag und Montag zu ermöglichen. Infos dazu soll es in lokalen Medien geben.

Damit kann sich auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit Astrazeneca gegen das Coronavirus impfen lassen. Er hat für diesen Freitag im Impfzentrum in der Stuttgarter Liederhalle einen Termin. Falls das Mittel von Astrazeneca dort nicht vorhanden ist, nehme Kretschmann den Impfstoff, der vorrätig sei, hieß es. Anschließend will er ein Pressestatement abgeben. Mit seinen 72 Jahren ist Kretschmann impfberechtigt.

Wer für Freitag oder Montag einen Impftermin hatte, muss die Terminbestätigung und die Bescheinigungen über die aktuelle Impfberechtigung mitbringen. Termine, die durch Umbuchung auf einen anderen Impfstoff erhalten werden konnten, bleiben davon unberührt. Alle bereits gebuchten Termine mit Astrazeneca ab Dienstag finden dem Ministerium zufolge wie geplant statt.

Das Land folgt damit der neuen Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA über die Zulassung des Impfstoffs. Die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern hatte am Donnerstagabend einen entsprechenden Beschluss gefasst. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte danach das Ziel ausgegeben, dass ab Freitag wieder mit dem Spritzen des Wirkstoffs begonnen werden könne.

«Ich bin sehr froh über diese Entscheidung», sagte Lucha. Der Impfstoff von Astrazeneca habe zwar sicher an Vertrauen eingebüßt. «Die genaue Prüfung war aber die richtige Entscheidung. Der Gesundheitsschutz steht an erster Stelle.»

Bevor die Anmeldesysteme wieder öffnen, soll nun zunächst die Warteliste abgearbeitet werden. «Alle bereits gebuchten Termine behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit», versicherte der Minister. Das Land habe die Zwangspause genutzt, um bereits tausende mit höchster Priorität impfberechtigte Menschen auf der Warteliste mit Biontech-Terminen zu versorgen.

Oberstes Ziel sei es nun, die Impfungen der besonders gefährdeten Personen der ersten Priorität schnell voranzubringen und abzuschließen. Derzeit verfügbare Termine würden zunächst den Menschen über 80 sowie den über 65-Jährigen aus den besonders gefährdeten Berufsgruppen der ersten Priorität angeboten. Außerdem sollen Menschen, deren Termin Anfang der Woche durch den Impfstopp für Astrazeneca abgesagt wurde und deren Daten auf die Warteliste kamen, ein Terminangebot bekommen. Erst dann werde die zentrale Terminvergabe wieder freigeschaltet.

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